Altersdemens, ich fürchte es muß so was in der Richtung sein. Lasterbalk war tatsächlich der einzige der noch wusste, dass wir schon mal in dieser Halle gespielt hatten, seiner Meinung nach mit Schandmaul, bei dem Jahr war er sich dann doch nicht mehr sicher. Ich wusste davon gar nichts mehr. Naja, ich kann und werde ja auf mein Überbiblisches Alter herausgeredet, aber was machen denn die anderen... Ok, sie waren fast alle noch nicht dabei. Das wundervolle an Vergesslichkeit ist, dass man sich jedes Mal auf neue freuen oder auch so richtig ärgern kann. Bei Lichtenfels habe ich mich wahrlich gefreut. Endlich nach all der Rock Absenz wieder auf eine Bühne, mit den Jungs und dem ganzen Licht und vor allem dem Publikum und ganz besonders so richtig laut.
Seit Lichtenfels werde ich von meiner Umwelt ermahnt nicht nur nicht einfach so laut zu reden wie gewohnt, sondern ich möge nicht so wild herumschreien. Ich weiß nicht was Umwelt mir da zu sagen versucht. Auf alle Fälle war es so schön laut gewesen, dass ich mich vom Backstage zur Bühne gegen den Boxenwind stemmen musst, um es in passabler Zeit zu schaffen. Von der Bühne zurück konnte man dann deutlich schneller unterwegs sein.
Zwei Tage zuvor habe ich meine kaputte Uhr vom Uhrmacher geholt. Ich dacht mir, dass mir ein Zeitmesser unglaubliche Dinge über den Zusammenhang und den Ablauf von Ereignissen verdeutlichen kann, Dinge von denen ich laut Lasterbalk (im folgenden abgekürzt – LaBa) überhaupt rein gar nichts verstehe.
Ankunft im und mit dem Nightliner sogar eine halbe Stunde früher als geplant. Ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass wir uns den Luxus eines Nightliners gegönnt haben. Die Stecke zwischen Lichtenfels und Telgte wäre ansonsten ohne Schlaf für einen von uns der das Fahrerlos gezogen hätte nur ohne Schlaf zu bewältigen gewesen.
Hurra, meine Uhr hat mir, wegen der zeitigen Ankunft ein tolles Gefühl von Sicherheit verschafft. Sie gaukelt mir sogar kurzzeitig vor, dass man sich keine Sorgen machen muss. Falsch. Kailigt (i.F.agk. –KaLi) unser TM (grml... Technischer Leiter) und TM ( Tourmanager) kommt uns entgegen und verkündet, dass nach erst zwei Bands die über die Bühne gefegt sind wie Gargamel durch Schlumpfhausen, wir sage und schreibe nur eine Stunde nach hinten Delay (Verspätung) haben. Die allgemeinen Zeitaussichten standen auf Flaute, kein Lüftchen in Sicht eher weitere Verzögerungen.
Ich vermute ja, der Grund für diese Verzögerung war der neue und wirklich gelungene Merchandise Stand von Subway to Sally. Dieses gecasete (in Holz und Alu ummantelte), mir wirklich Respekt abringende Ungetüm hat vermutlich allen Hands (unermüdlich am Zeitplan arbeitende motivierte Spezialisten) die Puste ausgetrieben als es auf den traumhaftesten Merchandise Verkaufsorte gehievt werden musste den man sich nur für sich und seine Shirts wünschen kann. Gleich neben dem Eiger, dem Joch und der Jungfrau. Abgesehen davon und LaBa und KaLi können eine Oper davon singen bin ich was Gewicht und Größe einer Verkaufshilfe ein echter Profi und mühe mich stets besonderes zu leisten,, aber das Objekt ist wirklich der Hammer. In Rainer (Mercher STS) habe ich meinen Meister gefunden.
Ich und meine Uhr hatten keinen Spaß an dem Abend. Zumindest nicht im Verhältnis von Wunsch und Realität oder Plan und Soll. Es wurden sogar schon Zweifel geäußert ob wir es trotz Nightliner noch überhaupt schaffen würden das MPS in Telgte rechtzeitig zu erreichen.
Wir schafften es dann gerade noch zur Primetime auf die Bühne. Eigentlich hätten StS beinahe schon wieder runter sein sollen. Das Publikum war der Lichtblick schlechthin. Es begrüßte uns freudig und ausgelassen. Der Auftritt verging wie im Fluge. Danke an Euch alle die ihr uns unterstützt habt!
Dann stürzte die Wall of Sound in Form von Legion of the Damned. Vermutlich liegt es an meinem Alter. Ich mag motivierten Musikanten mit einer begeisterten Anhängerschaft überhaupt nichts absprechen. Aber ich konnte damit rein gar nichts anfangen. Geräusch an und aus. Aus waren die Pausen zwischen den Songs. Vielleicht lag es ja auch dem Hall Delay der Halle, dass filigrane Verzierungen und stilistische Schnörkel untergingen.
Bis zu unserer Abfahrt genoß ich noch die Unterhaltung mit den Freunden von Subway. Besonders als mir nahegelegt wurde nicht so sehr meine Zwiebel raushängen zu lassen wurde ein Gespräch mit Simon zumindest für mich sehr spannend. Ich grübelte eine ganze Weile über denn Sinn dieser Aussage und versuchte mir alle möglichen Reime drauf zu machen (Preußischer Charme? Potsdamer Lokal Ausdruck?). Voller Verzweiflung frug ich unseren Quotenpreußen, den Herrn Silbador, ob er etwas damit anfangen könne. Er klärte mich darüber auf, dass es niemals um meine Zwiebel sondern um ein eventuelles Diventum meinerseits ging. Die Zwiebel/Diva Verwechslung kann nur an dem Orkan von Legion of the Damned gelegen haben, oder vielleicht doch an meinem Gehör.
Auf alle Fälle ist dieser Ausdruck nun in meinen Sprachschatz eingedrungen. Man sollte immer mal ein wenig seine Zwiebel einfach raushängen lassen. Mag sich jeder dabei denken was er mag. Mir tut es gut.
Irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft den Plan zu erfüllen und rechtzeitig nach Telgte zu kommen. Puh! Meine Uhr trage ich weiterhin, obwohl mir mal wieder gezeigt wurde wie sinnlos es doch ist.
Euer Falk.
Nebenbei passiert:
-Echt toll, war, dass und Elsi an diesem Tag seinen neuen Sack präsentiert hat. Den alten hat zwar uns und den Damen vom Catering auch präsentiert aber das wollte ich auch gar nicht schreiben.
-Ich freue mich schon total auf eine Einladung von Eric zu seinem „Eric & Friends“ Konzert in Bruchsal im Januar.
-Einen Dank an das Catering! Der Tomaten Mozzarella Salat war ein Hammer!