Tagebuch

Was macht so ein Spielmann eigentlich den ganzen Tag, wenn er nicht gerade auf der Bühne steht sondern mit der Band durch die Lande zieht, um die Fans mit Live-Konzerten zu erfreuen? Der Tourneealltag bringt allerlei lustige, spannende und nachdenkliche Erlebnisse mit sich. In ihrem Tagebuch erzählen die Spielleute von Saltatio Mortis von ihren Abenteuern auf Konzertreisen – Impressionen aus dem Tourbus, Begegnungen mit Fans, Konzerte aus Künstlerperspektive oder News und Gossip vom Mittelaltermarkt. Auch im Studio und beim Songwriting tragen sich bemerkenswerte Begebenheiten zu, von denen man als Fan sonst nie erfahren würde (oder besser nicht erfahren sollte ...) – wenn nicht der eine oder andere Spielmann hier aus dem Nähkästchen plaudern würde. Die Spielleute berichten schonungslos, detailliert und aus erster Hand über das tägliche Leben eines fahrenden Musikanten ...

Die Spielmannstaufe zu Atlantis

Rastede, 11.5.2013 (Mittelalterlich Phantasie Spectaculum)

Eigentlich hatte ich ja dafür plädiert, dass Till dieses Tagebuch schreiben sollte. Immerhin war das vergangene Wochenende derart ereignisreich für ihn und so voll mit neuen Eindrücken, dass er sicherlich am meisten zu erzählen gehabt hätte. Aber wie das Schicksal manchmal so will, erinnert sich der Gute nur noch maximal an zwei Drittel der Zeit in Rastede. Sagt er zumindest. Blöd sowas... Und schuld daran sollen auch noch Lasterbalk und ich sein. Frechheit. Als wenn wir beide auch nur ansatzweise... Aber der Reihe nach.

Wie bereits im vergangenen Jahr hatten wir uns auch diesmal entschieden, bereits am Vortag unserer Konzerte nach Rastede anzureisen. Eigentlich ne gute Idee, denn so kommt man entspannt an, bekommt genug Schlaf, ist ausgeruht für die Shows des nächsten Tages und so weiter und so fort... Wie gesagt: Eigentlich.
Dumm nur, dass man dadurch eben auch eine Horde Spielleute an einem Freitag Abend mitten auf einem wunderschönen MPS-Gelände frei herumlaufen lässt, ohne dass diese irgendwelche Verpflichtungen haben. Tolle Idee, liebes Tourmanagement! Denn was machen Spielleute, wenn sie frei haben?
Richtig! Sie beten.
Kein Witz, wir sind da überaus konsequent. Bereits im letzten Jahr haben wir das in Rastede so gehandhabt und uns alle zum Gebet bei Toms Drachenschänke eingefunden. Und wie wir da so saßen und den Spielmannsgott um Erleuchtung baten, wurden wir tatsächlich erhört! Nicht nur das, wir bekamen sogar Antwort! Jaaaa, wirklich... Der Gott der Spielleute befahl uns damals nämlich, einen Drink zu kreieren, wie er noch nie zuvor gekostet worden war. Warum er sowas will? Keine Ahnung!! Hallooooo, ich werde doch wohl einen Gott nicht kleingeistig hinterfragen. Und so entstand – nach vielen gescheiterten Versuchen und schließlich mehr oder weniger zufällig - der heilige Gral von Rastede: Der ATLANTIS! Oder wie Lasterbalk sagen würde: Die Geißel Gottes. Denn der gewählte Name ist hierbei Programm, es geht nämlich um Untergang. Schwert, Feuer und biblische Plagen verblassen im Vergleich zu dieser Urgewalt, vor der wohl Bacchus höchstselbst kapitulieren würde. Denn Schmerz soll regnen auf euer Haupt und die Schwäche soll sein in all euren Gliedern... Zumindest am nächsten Morgen.

Entsprechend waren wir in diesem Jahr vorgewarnt und hatten die wirklich besten Vorsätze, als wir schließlich am Freitag Abend in Rastede ankamen. Mal eben kurz aufs Gelände, liebe Menschen begrüßen, vielleicht bei Tom vorbei für ein kurzes Hallo... Nur nichts ausarten lassen! Und schon gar keinen Atlantis trinken!!! Doch wie wir da so standen, erfüllte uns auf einmal der göttliche Geist und wir hörten eine Stimme, die zu uns sprach: „Gehet und trinket mit Till den Atlantis, auf dass er ein würdiger Mitbruder werde im Kreis der Erleuchteten!“ Nun, ich hab ja mittlerweile den Verdacht, dass Tom der Schankwirt in jenem Moment hinter uns stand und uns das selbst eingeflüstert hat, aber wirklich sicher konnte man sich nicht sein. Und hey, wer will im Zweifelsfall schon einem Gott widersprechen?
Also tranken wir mit Till den Atlantis. Einmal. Zweimal. Und dann noch ein drittes Mal. Und natürlich viele weitere Male noch, um ihn auch wirklich und wahrhaftig auf seine Würdigkeit zu überprüfen. Und er war würdig, das kann ich euch sagen.
Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als er beschloss, sich selbst und seinen mittlerweile schwankenden Leib den Kollegen von Feuerschwanz anzuschließen, die ihm glaubhaft versicherten, gemeinsam mit ihm zur anderen Taverne zu gehen und dann wirklich nur noch einen einzigen klitzekleinen Absacker trinken zu wollen. DAS, liebe Leser, hatte mit Würde dann ganz und gar nichts mehr zu tun. Noch viel lernen du musst, mein junger Padawan! Nun, wenigstens waren die Kollegen anschließend so nett, ihn (bzw. das, was von ihm übrig war) noch in sein Bett zu bringen. Gerüchten zufolge hat Johanna v.d. Vögelweide ihn sogar höchstselbst in sein Zelt getragen. Wer solche Freunde hat...

Der Morgen kam und mit ihm die Erkenntnis, dass der Gott von Atlantis ein grausamer Gott ist. Und seine Wege sind unergründlich...
Genauso unergründlich war mir übrigens, wie es Till geschafft hat, bei seiner körperlichen Verfassung am nächsten Tag rechtzeitig für Aufbau und Soundcheck aufzustehen, geschweige denn mehrere Tagesshows unfallfrei zu überstehen. Respekt dafür! Er wusste wohl, dass wir gleich drei neue Songs des kommenden Albums „Das Schwarze IXI“ vorstellen wollten und hat deshalb furchtlos und ungeachtet der Umstände seine Spielmannspflicht erfüllt. Hach, das rührt mich noch jetzt fast zu Tränen...

A propos neue Songs: Die Livepremieren der drei Stücke „Galgenballade“, „Schloss Duwisib“ (zugegeben, ein ungewöhnlicher Name, aber so heißt das Ding dort unten in Afrika nunmal) und dann natürlich noch die traurige Ballade von der „Spielmannskrone“ waren allesamt wahre Highlights des Tages und kamen offensichtlich gut bei euch an. Das hat uns sehr gefreut, denn wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, ist man durchaus nervös, wenn man über Monate im stillen Kämmerlein an neuen Liedern feilt und diese dann ENDLICH dem wohlgeneigten Publikum um die Ohren hauen kann. ;) Danke für die zahlreichen positiven und teils enthusiastischen Rückmeldungen, die mich auf meinem Weg übers Gelände erreichten. Wir werden die Stücke also sicherlich auch bei anderen Gelegenheiten noch das ein oder andere Mal spielen. Vorbeikommen lohnt sich!

A propos Lohn: Für seinen bisher stets unermüdlichen Einsatz als Jung-Spielmann wurde Till nach Abschluss der dritten Tagesshow mit einer standesgemäßen Spielmannstaufe belohnt. Mit Trommeln und Tröten geleiteten wir ihn zur Schänke, wo niemand Geringeres als der Meisterschankwirt Tom daselbst auf ihn wartete, um seine Patenschaft zu übernehmen und diese alte Tradition fortzusetzen. Lasterbalk und der Herr von Mümmelstein hielten eine wundervolle Laudatio und schließlich leerte Till unter großem Jubel der anwesenden Zeugen den ihm gereichten Kelch in einem Zug. Auf meine Nachfrage, was denn in dem Kelch drin gewesen sei, sagte man mir im Anschluss „Alles, was die Schänke so hergibt! Und ein Schuss Sekt...“ Sachen gibt’s.

A propos Sachen: Manche Sachen sollte man einfach nicht machen. Klar, diese Atlantis-Geschichte wahr zum Beispiel ne blöde Idee. Aber noch viel blöder war, zu Beginn dieser Konzertsaison anzukündigen, dass wir bei jeder unserer traditionell in die Tagessets eingefügten Werbeunterbrechungen ab sofort immer was neues, bisher nie dagewesenes spielen werden! Um damit das Ganze nicht zu leicht wird, haben wir dann auch noch beschlossen, konsequent nicht dafür zu proben. Wer kam denn auf den Quatsch?!? Und wer zur Hölle hat dafür gesorgt, dass Lasterbalk das auch noch zu Ohren kriegt? Verdammt, manche Dinge vergisst der Mann einfach nicht mehr! Und reitet dann ständig drauf rum...
Also haben wir das auch in Rastede so gehandhabt. Jede Werbeunterbrechung sollte also frisch und unverbraucht, aber eben auch ungeprobt sein. Da hilft nur eins: Kurz vorm Auftritt die Kollegen kurz Backstage zusammenrufen (was meistens schon schwer genug ist) und mal eben schnell sondieren, was man denn spielen könnte und wie genau das eigentlich geht. Mir als unparteiischem Vermittler zwischen Tröten- und Saitenfraktion obliegt dann immer die Aufgabe, der einen Hälfte der Truppe das zu übersetzen, was die andere so von sich gibt. Also wenn zum Beispiel einer der Dudelsackterroristen eine Melodie beschreibt, die vielleicht eine wunderbar luftige Melodie von ABBA meint, in Wahrheit aber auf der Schalmei so lieblich wie eine in Panik gespielte Luftschutzsirene klingt. Dann muss ich entsprechend zu den Saitenquälern sagen: „Du spielst einfach A und D – wie immer!“ Also so ungefähr... ;)
Das lief auch eigentlich ganz gut, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als Luzi mit dem Thema der Muppetshow um die Ecke kam und ich die benötigte Akkordstruktur mit Bruder Frank und Till erörtern wollte. Habt ihr schonmal einen Asiaten erschrocken blassgelb anlaufen sehen? Nee? Ich bis zu dem Moment auch nicht. Jedenfalls winkte er dankend ab und nur Till blieb einzeln als Spielmanns-Fels in der Akkordschichtungs-Brandung stehen, um diese Queste anzunehmen – wohl noch immer beflügelt von der transzendentalen Erfahrung des Vorabends. Nun, das Ergebnis war... wie sagt man... ausbaufähig. Vielleicht machen wir dann doch eine Ausnahme von der Regel und spielen das Ding demnächst nochmal. Oder versuchen es zumindest.
A propos versuchen: Ich versuche jetzt, diesen Tagebucheintrag an Frank zu senden, damit er es online stellt. Und wenn ihr das hier lest, hat er es geschafft. Und im Anschluss übt er dann vielleicht noch das Muppetshow-Thema... Endlich mal. ;)

Was sonst noch geschah:

Till wird bei seinem Weg übers Gelände am Samstag von einer Dame darauf angesprochen, dass er sie versetzt habe. Sie wären doch zum Nageln verabredet gewesen... Fassungsloser Gesichtsausdruck des Lockenkopfs, dann die Aufklärung: Offensichtlich hatte er ihr am Freitag Abend irgendwann nach dem drölfzigsten Atlantis versprochen, am Samstag gaaaaaaaanz früh morgens dabei zu sein, wenn mal wieder das allseits beliebte Spiel vor der Taverne stattfindet, bei dem mit Hilfe der dünnen Seite eines Beils große Nägel in einen Holzblock getrieben werden sollen. Na klar... Taverne, Nageln, Treiben... Da kann man sich ja mal verhören und „Ja!“ sagen. Aua...
Backstage entwickelte sich irgendwann im Laufe des Tages bandintern die völlig bescheuerte Marotte, alle möglichen Songtexte so umzugestalten, dass bestimmte Schlüsselwörter durch das Wörtchen „Bier“ ersetzt werden können. Das anschließende Nachtkonzert erwies sich daraufhin mehr als einmal als überaus anstrengend... Ich konnte vor Lachen teilweise kaum noch spielen, denn Luzi und Elsi machten sich einen Spaß daraus, sich gegenseitig an möglichst unmöglichen Songstellen das entsprechende Schlüsselwort entgegenzubrüllen. Süß, die beiden. Ich hoffe sie heiraten bald.

In diesem Sinne, ich sehe euch hoffentlich in Kürze bei einem unserer nächsten Konzerte. Dann geht der Wahnsinn in die nächste Runde.

Liebe Grüße

Euer Tambour

Bild von Nightchild
Hahahaha

Heilige Maria Mutter Gottes!Lachflash ohne Ende!Ich kommt ja immer auf lustige Ideen!
Das mit der Spielmanstaufe hört sich noch ganz lusig an aber das Luzi und Elsi heiraten is ziemlich unverscheinlich.
Aber nen blassgelben Asiaten?
Wie auch immer:EINS A Tagebuchbericht!!!!

LG Nightchild

Bild von Winterkind
ich freu mich schon auf howe

lieber jean,

danke für diesen ausführlichen tagebucheintrag .
ich habe tränen gelacht und wäre soooo gern bei tom dabei gewesen . leider hat es mich in rastede in andere ecken geschwemmt :-)
aber wir sehen uns in howe .

bis dahin, tapfer bleiben
kommt ihr wieder am vorabend, völlig entspannt , und dann eine runde übers gelände drehen ;-)

Bild von Waldelfe
da freut man sich doch gleich doppelt auf Ho-We

Lieber Jean,

vielen Dank für diesen klasse Tagebucheintrag. Schade, das wir in Rastede nicht dabei sein konnten.

Aber nun freue ich mich umso mehr auf Ho-We!!

Bis Sonntag also...oder reist ihr schon am Samstag an ;-) ?

Rundherum ums helle Feuer

Dienstag, 30.März 2013, MPS - Weeze

Und nun sind wir wieder da! Ich hab mich schon irgendwie drauf gefreut. Als ich aufwachte, verging mir diese Freude weil ich nicht so gut geschlafen hab, wie auf der Hinfahrt am Samstag. Nein, eher sogar richtig schlecht.
Ich hab irgendeinen Schwachsinn geträumt von Dinosauriern und Rohrpost, um damit Menschen zu verschicken. Es ist schon seltsam, was man manchmal träumt. Ich hab zum Beispiel auch gemerkt, dass Luzi und ich voll oft das gleiche träumen, wenn wir von der Band träumen. Nämlich, dass wir entweder zu spät kommen, oder irgendwas vergessen haben. Sicherlich ist das in der Realität nicht viel anders, aber der Schlimmheitsgrad ist da um ein Vielfaches potenziert.
Nun begab ich mich als einer der Ersten, was nun wirklich selten ist, zum Backstage-LKW. Motivation war schonmal besser, aber der Kaffee von Trixi hob es raus. Die Laune hob sich letztendlich als es hieß: „Kein Soundcheck! Nur Linecheck!“ Wer diese Fachbegriffe nicht kennt, dem sei gesagt: Wenn der Sound bereits eingestellt wurde, muss ich nur am 2. Tag testen, ob das Mikrofon noch an oder aus ist.
Man war nun schneller fertig und begab sich unter das Jungvolk. Schließlich waren viele Schulklassen zu Gast auf dem MPS. Sie kamen in Heerscharen mit Bussen an und bekamen für ein paar Stunden einen mittelalterlichen Eindruck vom Weezer Flughafen vermittelt. Der Platz war voll, man hatte jedoch einen guten Überblick über das Gelände. Kinder sind schon faszinierend. Wer wäre nicht gern nochmals Kind? Dumm und 1,30 m. *seuftz* So putzig, wie sie im heut miteinander spielen und sich raufen können, so fies können sie auch sein. Ein Standbetrieber hat sich von einem 12-jährigen anhören dürfen: „Aus welchem Sumpf bist DU eigentlich gekrochen?“ Kaum zu glauben, wie wortgewand die Jugend von morgen bereits ist.
Wir saßen fast den kompletten Tag bei Toms Schenke und unterhielten uns über Gott und die Welt. Beim Thema Getränke verzog ich das Gesicht, als Tom mich an KoCo erinnerte. Das ist nichts karibisches sondern einfach Korn-Cola Mische. Somit hatte Tom direkt in seinem Smartphone abgespeichert, dass er mir Korn-Cola nach Rastede mitbringen wird. Super.
Und ich wollte auf meine Gesundheit achten ...
Der Tag an sich ging relativ schnell vorbei und die Dämmerung trag ein, als wir uns drauf und dran machten, die Instrumente zu stimmen.
*KNACK* Oh Nein! Falk hat seinen Dudelsack zerstört! Er hat einfach rohe Gewalt angewendet und das schöne Ebenholz zum platzen gebracht. Kabelbinder und Isolierband sollten für die Nachtshow reichen, aber das bedeutet wieder mehr Arbeit in der Werkstatt für mich. Nunja ... bekommt er das neue Teil aus Plastik, wie schon ein anderes. Wenn das so weitergeht, wird der Sack nach und nach zur Spülmaschinen-tauglichen Allzweckpfeife umgebaut. Nach der Nachtshow brannte das Walpurgisfeuer lichterloh. Ferne Klänge durchbrachen ab und zu das Lodern und Knistern der Flammen. Saor Patrol und Reliquiae spielten beide noch bis spät in die Nacht. Ich wandelte mit Till noch auf dem Gelände umher. Als wir schließlich beim Nightliner ankamen, musste ich nochmal umdrehen. Ich hatte meinen Tabak verloren. Hm. Wo könnte ich ihn bei 45 Minuten Spazierengehen auf dem riesigen Gelände wohl verloren haben? Ich nahm mir ein Herz und meine Taschenlampe und ging nochmals los mit lahmen Füßen, weil der Betonboden auf Dauer schmerzhafter ist, als Wiese. Ich fand ihn sogar. Natürlich da, wo ich vermutet hatte - bei Toms Drachenschenke. Das positive an dieser Situation ist, ich bin noch oft am schönen Walpurgisfeuer vorbeigegangen. Das negative ... es ist ein Ort der Verdammnis! Man kommt dort nicht mehr weg, obwohl man täglich mindestens einen kleinen Tod dort sterben muss. Ich hoffe mit KoCo wird das kein großer Tod in Rastede.

Saisonstart...

Samstag, 27.März 2013, MPS - Weeze

Hallo Zusammen,
es ist mal wieder so weit, Saltatio Mortis starten in die neue MPS Saison.
9 Uhr und ich komme, in Eigendisposition, auf dem alten Flughafengelände von Weeze an.
Das Wetter gibt sich viel freundlicher, als vom Wetterdienst angedroht und so ist meine Laune entspannt und fröhlich.
Unsere Aufbauhelfer, sowie das Tourmanagement sind schon am arbeiten und laden LKW und Nightliner-Anhänger aus.
Von unseren Jungs, fehlt jede Spur. 
Anscheinend liegen sie noch selig in den Kojen.
Ich mache mich nützlich und helfe die Mikrofonstative und Dudelsackständer aufzubauen.
Gegen 9.30 Uhr kommen die Saltatios hinter der Bühne an und fallen sofort, wie die Löwen, über den Frühstückskorb, welchen unsere Merchhelferin Trixi bereitgestellt hat, her.
Die Stimmung ist sehr gut und ich bekomme berichtet, dass unser Nightliner, gestern Abend, ca. einen Kilometer von unserem Proberaum, eine Panne hatte. Also hab ich mal wieder ein kleines Abenteuer verpasst. Bin aber gar nicht so unglücklich darüber.
Naja, ich genehmige mir auch noch 2 Kaffee aus Trixis Fresskorb und mache mich an das Stimmen meiner Instrumente.
Nach dem Soundcheck, es ist schon Einlass und ca. eine Stunde vor unserem ersten Konzert, gehen Lasterbalk, Luzi und ich zum Metstand, um die Saison traditionell mit einem Met zu eröffnen.
Dann heisst es, ab auf die Bühne. Und wie!
Man merkt uns die Entspannung der letzten Wochen an. Alle haben volle Energie und der Auftritt wird zum Feuerwerk. Ich selbst habe auch wahnsinnigen Spaß und erfreue mich an den Songs, unserer Bandgemeinschaft und der guten Stimmung vor der Bühne.
Trotz meiner eingeschränkten Beweglichkeit, durch meine vor 4 Wochen erhaltene Leistenzerrung, kann ich es richtig krachen lassen. Da vergisst man auch schon mal die Schmerzen.
Beim Kenavo schickt Lasterbalk dieses mal den Herrn Mümmelstein als Tanzmeister in die Reihen vor der Bühne.
Es ist schon wirklich beschämend, dass unser Bandältester im Moment besser zu Fuß ist als ich.
Egal, er macht den Job super und erfreut uns und die Gäste mit seinen Anekdoten und seinem unglaublichen Charme.
Nach dem Konzert, geht es an den Merch und danach, wie sollte es anders sein, zu Tom.
Dort werde ich von unseren Freunden von Omnia abgefangen und wir verabreden uns zu einer Didgeridoo Jam-Session im Fliegerhangar hinter der Omniabühne.
Nach dem 2. Bühnenauftritt, finde ich mich dort ein und die Omnias und ich erfreuen uns an dem Klang unserer Instrumente. Das ganze läuft so gut, dass wir es heute Abend, bei Ihrem Abendkonzert, sogleich auf der Bühne wiederholen möchten. Ich freu mich drauf.
Einen Auftritt, einige warme Met und leckeres Essen vom Gaumensschmaus-Stand später, stehe ich erwartungsvoll neben der Omniabühne.
Wir hatten ausgemacht, dass wir den letzten Song zusammen zelebrieren, was keiner von uns bedacht hatte ist, dass die Omniashow bis 22 Uhr gehen soll und die Saltatio Abendshow, genau zu diesem Zeitpunkt beginnt. Ich werde also nervös.
Per Zeichensprache ändern Steve und ich, während Omnia die Massen begeistern, den Plan und ziehen den Song vor. Es ist 21.48 Uhr als ich auf die Bühne komme und die beiden Didges mit ihrem Mantra beginnen.
Kaum ist der Song fertig, renne ich mit geschultertem Didge zur Bühne und stehe 5 Minuten vor beginn bereit. Puh das war knapp.
Schon geht es los und das erste Open Air Mittelalter-Nacht-Konzert nimmt seinen Lauf.
Die Stimmung ist super und das trotz den frostigen 3 ° Grad Außentemperatur.
Wenn ich bedenke, dass ich vor 2 Tagen, mit T-Shirt um diese Tageszeit auf meiner Veranda, zu Hause, entspannt einen Tee getrunken habe und nun mit den Klamotten von den Weihnachtsmarktauftritten frierend auf der Bühne stehe, muss ich mich schon fragen, was ist nur mit unserem Wetter los.
Doch kaum beginne ich mich innerlich zu beklagen, gibt es wieder eine zotige Ansage von Lasterbalk, eine lustige Interaktion und den frenetischen Applaus unserer Fans, die mich die Kälte vergessen lassen.
Auch stimmt mich die Erinnerung an das Weeze Abenteuer vom letzten Jahr sehr zufrieden, da hatten wir schließlich auch 3 bis 4 Grad Kälte, aber es kamen noch Regen und Graupelschauer hinzu. Also ist Weeze dieses mal wirklich sehr gnädig zu uns und somit höre ich auch sofort auf mich zu beschweren.
Nach dem Konzert heißt es einpacken und noch wärmer anziehen.
Noch einen Gute Nacht Met mit einigen Kälte-Resistenten an Toms Taverne und der Feierabend, mit einem warmen Bett beenden den ersten MPS Saison Tag.

Vielen Dank an Alle, fürs Durchhalten.
Ich freu mich auf Dienstag und die Walpurgisnacht.
Gruß Alea

Bild von Annika82
Hammer Saisonstart

Danke, besser konnte die mps Saison doch nicht beginnen!
Ich fürchte nur du hast bei den 3 Grad Außentemperatur das Minus-Zeichen davor vergessen, unsere Zelte waren gut gefroren...

Bild von SABRINA
sabrina

gute Besserung Alea
bis bald

Bild von Liese
Didgeridoo hoch 2

die Idee war super!! Am Nachmittag habe ich Dich mit Deinem Instrument hinter der Omnia Bühne verschwinden und (viel zu) kurz darauf zurück kommen sehen. Da kannte ich aber Omnia noch nicht. Eine Freundin hatte mir geraten auf keinen Fall Omnia zu verpassen und mit der Aussicht vielleicht sogar Omnia kennen zu lernen und dabei Dich mit Deinem Didgeridoo genießen zu können, bin ich dann auch bis zu eurem gemeinsamen Song geblieben UND ES HAT SICH SEHR GELOHNT!! Als Du dann aber zurück gejoggt bist, musste ich auch die Beine in die Hand nehmen und war so auch noch pünktlich zum ersten Ton von Eurem letzten Konzert.
Danke für Weeze, Danke für das Duett mit Omnia
Liese

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Just in (Bieber) Time

Sa, 06. April 2012, MPS - Dortmund - Westfalenhalle I

Wenn man sagt, der Tag sei erst vorbei, wenn man geschlafen hat, muss ich etwas weiter für dieses Tagebuch ausholen.

Wir schreiben den 05. April 2013. Lasterbalk, Alea und ich waren nachts zuvor mit den finalen Mixen von unserem „Schwarzen Einmaleins“ aus Berlin gekommen und erreichten den „Crystal Ballroom“ in Karlsruhe, der von den Kollegen liebevoll hergerichtet worden war, um unsere neue Rock Platte der Musikpresse vorzustellen, bevor sie dann am 16.08.2013 erscheinen würde und waren sehr gespannt, wie sie von anderen Zuhörern außer uns selbst aufgenommen werden würde.
Da dies aber noch nicht aufregend genug war, sollte auch die „Manufactum III“ an diesem Tag das Licht der Welt erblicken!

Bei Kaffee, Bier und belegten Brötchen wurde unseren Songs gelauscht, Interviews gegeben und gequatscht.
(Ich bin sehr auf die ersten Berichte in den Magazinen gespannt. Allerdings bin ich eh der Meinung, dass es die fetteste Saltatio Platte ever ist.)

Im Anschluss ging es auch schon weiter zum Proberaum, wo unsere Crew bereits geladen hatte und fertig zur Abfahrt war.
Ouzo, unsere Monitor-Technikerin, und ich schnappten uns einen Transporter und machten uns auf den Weg um unseren FOH Mann Mon vom Flughafen abzuholen, da er von einem anderen Gig in Tel Aviv eingeflogen war.

Als wir unser Hotel direkt neben der Westfalenhalle erreichten, war die Hotelbar bereits gut gefüllt. An jeder Ecke traf man liebe Kollegen, die man seit ca 6 Monaten nicht mehr gesehen hatte und man kam aus den Unterhaltungen gar nicht mehr raus. Ein beliebtes Thema war auch der Kollege, der zur selben Zeit in der Westfalenhalle auf der Bühne stand, nachdem er zwei Stunden hatte auf sich warten lassen.
Justin Bieber performte gerade nebenan.
Auch drei Wochen nach dem Auftritt sind mir die Hintergründe der Verzögerung leider immer noch nicht bekannt. Fakt war, dass sich der Aufbau am nächsten Tag um diese zwei Stunden verzögern würde und wir deshalb in Zeitnot kommen würden, da der Einlass nur ungern verschoben werden sollte.
Nach dem Auftritt tauchten zwischen dem ganzen Marktvolk immer wieder kleine Zahnspangenmädels auf, in der Hoffnung im Hotel einen Blick auf Biebers Justin zu erhaschen. Meinen Plan, mir etwas auf den Arm zu kritzeln, fuchtelnd in die Bar zu rennen und zu brüllen „Justin Bieber hat mir gerade ein Autogramm gegeben und ist dann zum Aufzug gegangen“ habe ich dann leider doch nicht umgesetzt. Schade eigentlich. Zwei Bier später hätte ich es gemacht!

Nachdem wir um Zwölf auf Gisis Geburtstag angestoßen hatten, versackte ich mit den Jungs von Sour Patrol, Faun und The Dolmen in der Raucherlounge.
Naiv wie ich nun mal bin, wurde ich immer wieder Opfer des überaus nervigen Spiels „Random Object“, bei dem man die absurdesten Gegenstände mit den Worten „Kannst du mal kurz halten“ in die Hand gedrückt bekommt und sie 24 Stunden mit sich rumtragen muss, es sei den man kann sie an jemanden weitergeben.
Nach und nach verabschiedeten sich alle und nur Niel von Faun und ich blieben übrig und quatschten.
Als dann Kailight, unser Tourmanager, um sieben Uhr an der Raucherlounge vorbeikam, entschloss ich mich zum Frühstück zu gehen.
Der Soundcheck war, trotz der großen Halle, kein Problem und ich weiß nicht wie unsere Crew und alle Aufbauhelfer es geschafft haben, aber wir konnten unseren Soundcheck nahezu pünktlich beenden.

An diesem Tag teilten wir uns einen Backstage mit Feuerschwanz, deren Sektvorrat wir leider dezimieren mussten, um auf die Manufactum III anzustoßen.
(Falls das einer von euch liest: Sorry, aber der hätte euch eh nicht geschmeckt ;) )

Eigentlich hatte ich den Plan, mich nach dem Soundcheck wieder ins Hotel zu verziehen und meinen Schlaf nachzuholen. Doch nachdem die Türen zum Festival geöffnet wurden, traf ich wieder so viele nette Leute, die ich lange nicht gesehen hatte, dass ich schlichtweg gar keine Lust mehr hatte diese Zeit mit Schlafen zu verplempern.

(An dieser Stelle öffne ich mein zweites Bier. Nicht um zu zeigen, dass ich echt lang an solchen Tourberichten sitze, eher um eventuelle Abschweifungen im Inhalt des Textes zu entschuldigen)

Zwischen einigen sehr netten Gesprächen bekam ich immer mal wieder die Auftritte der anderen Kollegen mit, die ich sonst das ganze Jahr über verpasst hatte, da ich nicht von unserer Bühne weggekommen bin, oder man gleichzeitig gespielt hatte.

Als Jean die Bühne betrat und mit unserem Intro begann, wurde ich dann doch etwas aufgeregt.
Als ich die Bühne betrat und die Menschenmenge von der Bühne aus sah, wurde mir bewusst, was mir die letzten Monate gefehlt hatte.
Neben der ganzen Studioarbeit hatte man nicht wirklich den Kopf, sich auf die Live Auftritte vorzubereiten, doch schon beim ersten Song wurde mir wieder klar, warum wir das alles überhaupt machen.
In die Gesichter der Leute zu schauen, die feiern und Spaß an dem haben, was man macht, war schon ein sehr cooler Moment.
Nach dem dritten Song kam mir dieser Gedanke wieder in den Sinn, als ich auf die Setlist schaute und dachte „ Huiuiui, das sind aber noch ganz schön viele Songs!“
Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich mich erst wieder dran gewöhnen muss, lange am Stück Dudelsack zu spielen und über eine Bühne zu rennen.
Letztendlich haben wir es alle überlebt und ich denke, dass meine Kollegen genauso viel Spaß hatten wie ich, wieder auf der Bühne zu stehen.

Nach unzähligen Autogrammen am Merchandise Stand, verteilten wir uns in alle Himmelsrichtungen um ausgiebig zu feiern. Der ein oder andere verabschiedete sich etwas früher, da aufgrund des anstehenden Urlaubs, die Flieger recht früh starten würden.
Auch nach unserem Auftritt traf ich noch viele alte Bekannte und mit nahezu jedem musste ich einen Schnaps trinken.

Ich bin mir nicht mehr allzu sicher wann ich dann ins Hotel gegangen bin, aber es waren rund 40 Stunden auf den Beinen und das Licht in der Halle war auf jeden Fall schon an!

Nach solch denkwürdigem Saisonauftakt freue ich mich nun umso mehr auf die kommenden Termine.

Bis zum nächsten Auftritt

Euer Luzi
Beste Grüße,

Luzi

Trolle & Legenden

Mons (Belgien), Trolls & Legends Festival am 01.04.2013

Nach langer Tour-Abstinenz war es endlich wieder soweit. Unsere Reise sollte uns ins Land der Belgier führen. Außer, dass Brüssel die Hauptstadt ist und es dort wohl Flamen und Wallonen gibt, die ab und an Krach miteinander haben wusste ich bis dato so gut wie nichts über unser Nachbarland. Ich gestehe… ich war ein Belgien-Stoffel. Aber zu einer Reise gehört ja auch eine gute Vorbereitung und so habe ich mir zur Einstimmung „Nichts zu verzollen“, ein sehenswerter Film von Dany Boon, zum Thema angesehen und dachte ich bin bestens vorbereitet.
Von Karlsruhe aus führte uns unsere Reise durch die Pfalz und dann nach Luxemburg. Ich war zuvor auch noch nie bewusst in Luxemburg und war freudig erregt, den 49. Breitengrad zu überqueren. Als wir dann den 50. Breitengrad überquerten, um von Luxemburg (Fürstentum) nach Luxemburg (Provinz Belgiens) zu fahren, war ich entsprechend verwirrt und zunächst über die Größe des kleinen Luxemburgs erstaunt. Spielleute und Geografie passen nicht unbedingt zusammen. Das erste Etappenziel war die schöne Stadt Namur an der Maas, die sich wie eine Schlange durch die Stadt schlängelt, und unser Hotel Namens „Grand Hotel de Flandre“ direkt am Bahnhof gelegen. Ich weiß nicht in welchem Jahrhundert dieses Hotel seinen Namen bekommen hat, aber in diesem sicherlich nicht. Dennoch, die Menschen dort waren überaus hilfsbereit und sehr freundlich gegenüber unserer „Rock-Invasion“. Der Name allein ließ uns quasi detektivisch darauf schließen, dass wir uns also im flandrischen Teil Belgiens befinden. Das führte bei mir zu einer allgewaltigen Verwirrung und von da an verwechselte ich Flandern mit Flamen und Wallonen absolut konsequent. Wallonisch bedeutet, dort wird französisch gesprochen. Flämisch hingegen bedeutet, dass in dieser Region Niederländisch gesprochen wird. Ich habe mir versucht auszumalen, welch ein unglaublicher Aufwand es ist, ein Land zu organisieren, bei dem nicht etwa nur unterschiedliche Dialekte gesprochen werden, sondern solch derart unterschiedliche Sprachen. Respekt!
Diese ureigene sprachliche Vielfalt führt wohl auch gleichzeitig dazu, dass Englisch eher als Nebensache angesehen wird und es immer wieder für uns zu erstaunlichen Sprachbarrieren kam. Aber der Spielmann an sich ist ja unverzagt und besitzt Hände und Füße. Wie in jedem Land freuen sich auch die Belgier (in unserem Fall die Wallonen), sehr darüber, wenn man es dennoch mit seinen paar Brocken Französisch probiert und schnell zaubert sich Herzlichkeit und in manchen Fällen auch Mitleid auch auf das noch so mürrische flämisch Antlitz.
Nach und nach trudelten dann alle unsere diversen Fahrzeuge im Hotel ein. Diesmal bestand unsere SM-Karawane aus zwei PKW´s, einem Sprinter und einem LKW.
Wir beschlossen also typisch belgisch Essen zu gehen. Die Rezeptionistin lachte uns dafür quasi aus, da es offenbar keine typisch belgische Küche gibt. Gut dann wenigstens Fritten… Mit einer Stadtkarte bewaffnet zogen wir also durch die Altstadt Namurs, um eine Lokalität zu finden, die eine große Horde aufzunehmen weiß. Nach einem schönen Spaziergang durch die Gassen und Gässchen mussten wir es aufgeben nach einer landes-typischen Gaststätte zu suchen und kehrten in einem quasi internationalen italienisch/amerikanischen Haus ein, das dann doch irgendwie in der Lage war uns aufzunehmen und unseren Hunger zu stillen.
Mons, das Reiseziel des nächsten Tages, war von Namur aus ca 120 KM entfernt und sollte uns weiter auf dem 50. Breitengrad in Richtung Westen führen.
Die Halle in der das Festival stattfand befindet sich auf dem ehemaligen EXPO Gelände der Stadt Mons. Von Mons selbst haben wir leider fast nichts gesehen, dafür aber sehr viel mehr in der Halle.
Das Festival auf dem wir aufspielen durften nannte sich „Trolls & Legends“ und dieses fand mittlerweile zum fünften Mal statt. Dort gab es alles was mein Herz erfreut. Natürlich Musik von spannenden Bands, daneben aber auch Stände, unseren heimischen Mittelaltermärkten nicht unähnlich, sehr viele toll Gewandete, Ausstellungen von Comic Zeichnern, eine wirklich ausgewachsene Comic Convention mit echten Stars der Szene, eine gut bestückte Fantasy Autoren Convention und etwas das mich an die Essener Spielertage vor 20 Jahren erinnerte. Mein Paradies!
Nach dem Soundcheck lief ich staunend durch die Hallen und musste nach zwei Stunden erst einmal eine Pause machen, denn ich war so voll von Eindrücken, dass ich nicht mehr in der Lage war alles wirklich zu verarbeiten. Dann erst einmal alles in meinem Kopf sortieren, um mich hernach wieder in die Hallen zu stürzen und gezielte Gespräche suchen. Wann hat man denn schon mal die Gelegenheit dazu mit französischen Comic Künstlern über deren Arbeit zu sprechen, oder neue und innovative französische Rollenspiele von den Autoren erklärt zu bekommen? Ich konnte quasi in mein früheres RPG-Gamer Leben eintauchen und habe das auch absolut getan. Am Ende des Tages musste ich aber zu meinem Erstaunen feststellen, dass ich vor lauter Gesprächen völlig versäumt hatte einen meiner früher auf solchen Veranstaltungen üblichen Einkaufszüge zu machen, um dieses mal mit nichts als neuen Ideen bepackt aus der Halle zu kommen, als es hieß sich auf den Auftritt vorzubereiten.
Ein besonderer Leckerbissen des Abends war für mich der Auftritt von „Folk Noire“ und die anschließende Fachsimpelei über Drehleiern mit deren Leierspieler.
Vor dem Auftritt war ich aber auch sichtlich nervös und hatte Lampenfieber wie schon lange nicht mehr. Ein anderes Land, wir mit unserer Rock-Show und unseren deutschen Texten und Belgier und Franzosen in der Halle die vermutlich noch nie von uns gehört hatten, irgendwie schon Grund genug fand ich.
Unser Intro lief und man merkte der ganzen Band an, dass jeder von uns wirklich gierig war wieder spielen zu dürfen. Wie ausgehungert stürzten wir auf die Bühne und donnerten los. Spätestens als Jean unsere Ansage zu Koma simultan auf französisch übersetzte war auch das letzte Eis gebrochen, alle Hände in der Halle waren oben, die ganze Halle sprang und hüpfte mit uns und das Publikum hat mit uns wirklich abgefeiert. Nach dem Auftritt gingen wir begeisterte Hände von Menschen schütteln, die bis dato nichts von uns gehört hatten. Es hat einfach gerockt!
Irgendwann waren wir dann doch noch im Hotel angekommen, einige feierten dann noch mit „Folk Noire“ während ich umgehend zu Bett ging, da ich am nächsten Morgen LKW fahren durfte.
Auf dem Rückweg sattelten Jean, Till und ich auf unserem LKW auf und fuhren in Richtung Heimat.
Leider konnte ich meine beiden Mitfahrer nicht dazu überreden einen Kurzen Zwischenstopp bei Waterloo einzulegen, um der historischen Stätte einen Besuch abzustatten.
Unterwegs fand ich heraus, dass Till ebenso wie ich in früheren Zeiten begeisterter „Magic - the Gathering“ Spieler war. Somit verging die Fahrt bei Gesprächen über Deck-Konstruktion und Lieblingsfarben. Ich eher rot/grün und Till blau/schwarz. Da ich schon lange nicht mehr gespielt hatte und demzufolge nicht mehr ganz auf aktueller Kartenhöhe bin, musste er mir erst eines seiner Lieblings-Themendecks ausführlich erklären (Ninja-Deck).
Gegen 19.00 Uhr war ich dann endlich daheim. Acht Stunden LKW-Fahrt, Ausladen im Proberaum und abgeben bei der Autovermietung später.
Währen der Rest von uns nach Hause durfte sind Alea, Lasterbalk und Luzi auf dem Weg nach Berlin, um unserer neuen Platte den wirklich letzten Schliff zu geben. Dann ist auch das, zumindest musikalisch, geschafft. Ich kann eigentlich nicht es erwarten eure Reaktionen auf unser neues Album „Das schwarze 1x1“ zu erleben.
Zurück von diesem wundervollen Auftritt bleibt für mich, dass Belgien immer eine Reise wert ist, dass ein Publikum mit uns absolut feiern kann, trotz möglicher Sprachbarrieren und dass ich mich in Zukunft wieder mehr mit der „Siebten Kunst“, meiner alten Liebe, den Comics beschäftigen werde.
Ach so… und natürlich, dass neben der Musik noch eine andere Sache existiert, die uns alle über alle Grenzen hinweg verbindet - die Freude am Spiel.
Europa rockt, echt jetzt!

Euer Falk.

P.S. Ich bin, oder besser war, nach der Erstveröffentlichung dieses Tour-Tagebuchs immer noch ein Belgien-Stoffel, denn ich habe sowohl Flamen als auch Wallonen unrecht getan, indem ich ihnen jeweils die Sprache des anderen angedichtet habe... In Version 2 ist das nun verbessert.
Eins ist aber sicher... egal welche Spreche sie sprechen... es sind Belgier!

Bild von SABRINA
oh ihr armen

oh ihr armen

Bild von liliumtigris
oh ihr armen ?

warum das denn ? es ist doch wahnsinnig spannend soviel neues kennen zu lernen, neue länder andre Leute, schade allerdings das ihr kein original belgisches naja besser gesagt französisches essen kosten konntet =^.^= ... wo doch Musik und gutes Essen zusammengehören.

Katzen wurden in die Welt gesetzt um das Dogma zu wiederlegen alles sei geschaffen um den Menschen zu dienen.
*Paul Gray*

Hin und wieder zurück ...

Chemnitz 25.12.2012 Darkstorm Festival ...

25.12.2012... erster Weihnachtsfeiertag. Wir sind wieder auf Achse. Erfreulich spät treffen sich die einzelnen Fahrgemeinschaften am Proberaum, um sich in den wilden Osten auf zu machen. Die Laune ist einigermaßen bescheiden, da alle irgendwie noch mit ihren Gedanken bei ihren Familien sind. In meiner hochherrschaftlichen Kutsche wird der Herr Promill die nächsten 4,5 Stunden mit mir vorlieb zu nehmen haben. Wir donnern los und freuen uns an den wirklich warmen Temperaturen, der freien Autobahn und an wechselseitig ausgesuchten Songs die wir uns über das Soundsystem des Wagens um die Ohren blasen. Wie im Flug vergeht die Zeit und wir nähern und Chemnitz. Als wir vor einigen Jahren zuletzt hier gespielt hatten versank die Republik im Schneechaos. Mein wirklich größte Sorge, die vereisten und verschneiten Strassen betreffend, löste sich schon während der Fahrt in Wohlgefallen auf und somit stand einem schönen Konzert nichts mehr im Wege. Das nächste worüber ich mir Gedanken machte war unsere Orchideenstellung auf dem Festival. Wir waren so etwas wie der mittelalterliche Farbtupfer zwischen Goth und Elektro. Eigentlich sollten wir es ja gewöhnt sein diese Stellung einzunehmen, aber es ist doch immer wieder eine besondere Art der Herausforderung.
Eigentlich war ja doch irgendwann einmal alles eine Szene. Ihr Merkmal war es schwarz zu sein. Mittlerweile scheint es aber zumindest was die Ausgelassenheit angeht eine Trennung zu geben. Es gibt anscheinend das feierwütige und ausgelassene schwarz der Mittelalter/Rock Szene, das ruhige und stoische schwarz der Goth Szene und die bei Mittelalter zurückhaltenden Cyberwarriors der Elektro Szene. Und das alles mit sehr fließenden Grenzen und in verschiedensten Schattierungen. Für mich sind diese Grenzen zwar nicht vorhanden, denn ich trage seit ich 16 Jahre alt bin schwarz und habe in diesen 28 Jahren alle möglichen Stile und Richtungen kommen und auch wieder gehen sehen. Aber es hat den Anschein, dass sich das Schwarz zunehmend auseinander entwickelt.
Zu meiner Freude trafen wir Umbra & Imago die nach uns auf die Bühne durften. Zu meiner Überraschung (gut ich hatte schon davon gehört) waren lediglich Mozart und seine Holde die einzigen die ich noch kannte. Ansonsten stand dort eine neue Band. Immerhin die einzige Band aus Karlsruhe, unserer Heimat, was an und für sich schon ein Grund zur Freude ist. Im Richtbereich des Festivals (das ist der Ort an dem die Instrumente gerichtet werden und nicht die Musiker hin) lernte ich dann einige der neuen Jungs von Mozart kennen. Ebenfalls Karlsruher, wie sich herausstellte und zudem war der Drummer ein quasi Sandkastenkumpel von unserem Frank der in Grötzingen just drei Häuser weiter von unserem Asiaten wohnt. Wie klein die Welt doch ist. Irgendwann kam dann auch unser Elsi, der neben Frank und Luzi in Eigendispo (Eigenverantwortlicher Selbstfahrer) zum Festival gereist war. Besagter Elsi sah ein wenig zerfleddert aus und schob diese Tatsache gänzlich auf den Weihnachtsumtrunk und ein zufälliges Treffen mit Klassenkammeraden in der Magdeburger Innenstadt. Ich kann mir sehr genau ausmalen wie das wohl abgelaufen sein wird. Dennoch merkte man ihm an, dass es ihm gut getan hat mal wieder richtig „daheim“ zu sein.
Wirklich rasend ging das Konzert zu Ende. Wir hatten gerade mal 40 Minuten Spielzeit. Doch was haben wir alle gelacht! Ich glaube jeder von uns hatte sein persönliches Highlight auf der Bühne. Mich hat in der Tat auch sehr gefreut, dass wir nach anfänglich zögernder Beteiligung des Publikums beim Spielmannsschwur doch alle Hände oben waren und ein prächtiger Oh-Hoho-Chor zustande kam. Unser Alea hat sich wirklich alle Mühe gegeben.
Nach dem Konzert und dem Besuch am Merchstand dirigierte Frank uns alle in unsere Umkleide und dort wurde auch unter viel Gelächter und Gefeixe unser Neujahrs Podcast gedreht.
Der Podcast ist wirklich sehenswert und Frank hat sich dabei zum Jahresende noch mal selbst übertroffen. Also... jetzt fertig lesen, dann einen Kommentar hinterlassen, dieses Tourtagebuch auf Facebook „liken“ und dann unbedingt den Podcast auf unserem Youtube Kanal ansehen, den am Besten gleich mit abbonieren uswusf.
Irgendwie war ich nach all dem doch recht zügig im Bett. Das Hotel grenzt direkt an die Halle und Zimmer durfte ich mir mit Till teilen, da mein eigentlicher Zimmergenosse Sören sich redlich ein Einzelzimmer verdient hatte, das ich ihm auch von Herzen gegönnt habe. Am nächsten Tag sollte er ja schließlich einen ganzen Tag mit mir im Auto verbringen. Ich war zwar schnell im Bett, aber Till hatte nach den fünf Stunden im Auto und der Zeit im Backstage immer noch Redebedarf, also schleif ich erheblich später ein als ich es vor gehabt hatte.
Frühstück gegen 8.30 Uhr war lecker und reichlich und die Rückfahrt ging ebenso schnell dahin wie Hinfahrt. Immerhin zweiter Weihnachtsfeiertag. Wir alle wollten schnell nach Hause.
Zum Ausladen waren eingeteilt Luzi, Till, Sören und ich. Beinahe zeitgleich kamen wir auch wieder am Proberaum an. Dann begann das Debakel und alles wird ein wenig wirr und konfus.
Zuerst schien es so als ob Luzi seinen Schlüssel verloren hätte und alle suchten lange danach, Telefonate wurden geführt (Lasterbalk (Mitbewohner), Kai (Tourmanagement), Mercure Hotel Chemnitz (Hotelzimmer), Mc Donalds irgendwo auf der Strecke (Mittagessen), Veranstalter Darkstorm (Backstage)). Schließlich fand Sören den Schlüssel am Schlüsselbund mit dem Schlüssel für den Sprinter in Tills Tasche. Alles gut, alle Anrufe zurück. Luzi beruhigt, nur noch Fahrzeuge tanken und abgeben. Als wir auf der Südtangente (ein Stück Schnellstrasse in Karlsruhe das aber meist verstopft ist) fuhren fiel mein Blick auf die Tankanzeige... leer. Fluchend erinnerte ich mich an die vergebliche Abmachung, dass Fahrzeuge die abgeparkt werden niemals derart leer sind, dass man droht stehen zu bleiben, wenn man diese wieder zu bewegen gedenkt. Ok, ich dachte auch daran, dass ich selbst vor Fahrtantritt auf die Tankanzeige hätte schauen sollen... Aber was solls, ein bisschen Spannung zum Tagesausklang hat ja noch keinem geschadet und so freute ich mich über jeden Meter den mein Sprinter (Diesel) noch machte. Während der Fahrt durchspielte ich alle möglichen Szenarien des „Stehenbleibens“ auf der Schnellstrasse und davon gibt es eine ganze Menge. Mit knapp einem verbleibenden Liter im Tank erreichte ich die Tankstelle in der Nähe unserer Autovermietung.
An der Tankstelle fiel Sören auf, dass der Schlüssel für seinen vorsorglich schon beim Vermieter geparkten Wagen noch in seiner Jackentasche ist, in meinem Auto, am Proberaum. Also tanke ich meinen Sprinter und warte auf Sören der wieder hin und zurück tuckert. Die Zeit vertreibe ich mir zunächst mit dem Lesen der Gebrausanweisung des Fahrzeugs, das eigentlich ein Crafter ist und über so viel technischen Hokus-Pokus verfügt, dass man damit auch hätte zum Mond fliegen können. Zumindest bei der Landung hätte mir die völlig überdimensionierte Einparkhilfe gute Dienste geleistet. Bis Sören wieder da ist, ist es schon 17.00 Uhr nachmittags, entsprechend dunkel, und ich im Führerhaus meines betankten Crafters über dem lesen der Gebrauchsanweisung eingeschlafen. Er hat Luzi mit im Sprinter. Eigentlich sollte ja Till Luzi nach Hause fahren. Till aber hat einen Platten und zudem noch einen modernen großen Audi. Da kann man nicht einfach so ein Rad wechseln wie bei einem Auto für Normalsterbliche. Er wurde dann nach vergeblichem Versuchen von seinem Papa aus der Pfalz abgeholt. Und so gaben dann Sören, Luzi und ich nach dem Tanken die Fahrzeuge ab, dann noch Luzi in Sörens für zwei Insassen ausgelegtes Fahrzeug (Sommerreifen, Snowboard, diverse Taschen) nach Hause gebracht und mich wieder zu meinem Wagen am Proberaum.
Zwischendurch war dann auch noch Sörens Schwedengondel ohne Kraftstoff, aber das machte mir schon längst nichts mehr aus. Ich ergab mich in mein Schicksal und war endlich mit brummendem Magen gegen 19.00 Uhr zu Hause.

Trotz allem war Chemnitz eine Reise für mich wert gewesen. Wir konnten vor vielen Menschen aufspielen, die selten bis nie von uns gehört hatten und auch die Rückreise war, mit Abstand betrachtet, ein kleines Abenteuer für sich, von dem ich niemals hätte erzählen können, wenn es sich nicht genau so zugetragen hätte.

Ich schreibe diese Zeilen am zweiten Tage des neuen Jahres Zweitausenddreizehn. Euch allen ein frohes Neues Jahr, bleibt uns gewogen und so schwarz wie ihr wollt.

Euer Falk

Bild von Annika82
Frohes Neues!

Hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen.
Jaja, die Hoffnung, dass der Sprit noch reicht stirbt zuletzt. Ich habe das gleiche Spiel im abendlichen Berufsverkehr auf einer Ruhrgebietsautobahn gespielt, mit rot leuchtender Tankanzeige und nervösem Beifahrer...

Bild von KnappeLucas
Dark Storm Chemnitz

Da hast Du aber einen schönen ausführlichen Bericht verfasst. Wenn ich daran denke, was der liebe Lasterbalk so über Euren Auftritt im Sommer in Mittelbach aufgeschrieben hat, stellt sich mir die Frage wer von Euch Beiden der Wortgewaltigere ist.
War schon sehr schön auf dem Dark Storm. Ist ja auch jedes Jahr eine Mittelalterrockband dabei.
So unbekannt könnt Ihr ja hier wirklich nicht sein. Denn Mittelbach und Chemnitz ist ja nur wenige Meter voneinender entfernt. Bei Rock im Betonwerk in Mittelbach ging es bei Eurem Auftritt schon ganz schön stramm zur Sache.
Macht weiter so. Ich denke mann sieht sich bald wieder, spätestens beim MPS in Dresden.

Bild von Little Kira
das kenne ich

Das mit dem leeren Tank kenne ich. Von Ludwigshafen nach München und mitten auf der Autobahn war der Tank leer... Die Szenarien kenne ich gut, die du dir ausgemalt hast^^

Der Podcast ist echt gut (und lustig).

Irgendwie stelle ich mir gerade den 'Kleinen' Luzi eingezwängt zwischen diversem Zeug vor... Der Arme...

Ich wünsche dir auch ein frohes, erfolgreiches und spannendes Jahr...

Und falle ich auch brennend dem Meere entgegen,
ist Freiheit niemals ein vermessenes Streben...

Bild von Ela616
gefällt mir :)

hast Du sehr schön geschrieben! Find ich gut. Dir auch ein gesundes, erfolgreiches,frohes Neues Jahr! Und auf bald :)

Es ist dein Leben, es sind deine Entscheidungen, deine Gefühle, die kein anderer ausser dir versteht. Nur du bestimmst, wer in deinem Leben existiert und wer nicht..

Von Stralsund nach Telgte in fünf Jahren

Mittelalterlich Phantasie Weihnachtsmarkt, Telgte am 15.12.2012

Als ich damals bei Saltatio Mortis eingestiegen bin, zum B-Block der „Aus der Asche“ Tour, ging es voller Euphorie an die Proben zum Rockprogramm. Allerdings musste ich mir gleichzeitig auch die komplette Akustik-Show draufschaffen, denn mein erster Auftritt mit den Jungs fand nicht in irgendeinem Club statt, sondern auf dem Weihnachtsmarkt in Stralsund. Da ging es dann kurz vor Weihnachten mit einem Transporter, zusammen mit Alea und Lasterbalk eng zusammengepfärcht, von Karlsruhe aus knapp 900km richtung Norden.
Dort angekommen, teilte ich mir ein Hotelzimmer mit dem Bescheidenen und am nächsten Morgen ging es an den Aufbau unseres Equipments auf einer LKW Bühne auf dem nasskalten Marktplatz. Richtige Bühnenklamotten hatte ich noch nicht und wurde von den Anderen mit diversen Accessoires ausgestattet; ein Gürtel von Thoron, ein alter Mantel von Lasterbalk und noch ein paar andere Kleinigkeiten.
Seitdem hat sich viel geändert - richtige Bühnenklamotten hab ich immer noch nicht und andere Dinge sind auch gleich geblieben.
Zu letzteren gehört beispielsweise das Aufbauen auf der Bühne, früh morgens um 08:30h, bei Regen knapp über dem Gefrierpunkt. Heute ist aber der zweite Tag hier auf dem MPS Weihnachtsmarkt in Telgte. Der Vorteil: alle Instrumente, Bühnenverkabelung, Merch-Stand und sonstiges stehen schon. Der Nachteil: am Abend muss dafür alles abgebaut werden und so wie es aussieht wird das nicht so ein entspannter Tag wie gestern. Ich war ja wirklich überrascht, als wir am Freitag aus dem ganzen Schneechaos ins Münsterland kamen. Es war zwar kalt, aber vom apokalyptischen Wintereinbruch keine Spur. So gestaltete sich dann auch der Samstag bei -1 Grad, Strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel als würdiger MPS Abschluss; davon abgesehen, dass Alea zum Aufbau zu spät kam. Aber wie schon erwähnt: manche Dinge ändern sich nie.
Das einzige Ärgernis - abgesehen vom Wetterumschwung - ist an diesem Morgen die Bühnensituation: Aufgrund von möglichem Wind etc. wurden die Bühnenplanen an den Seiten über Nacht hochgezogen, was dazu führte, dass jetzt alles auf der Bühne nass ist.
Das gab es aber auch schon des Öfteren.
Was hat sich denn eigentlich geändert? Na zum Beispiel Ihr! Wenn ich mich an das Jahr 2007 in Stralsund zurückerinnere, stand da die Dorfjugend vor der Bühne, was auch daran liegen hätte können, dass sich der Glühweinstand dirket gegenüber befand. Gestern abend beim Nachtkonzert - und auch schon tagsüber - war der Platz in Telgte so voll, wie ich es auf einem Weihnachtsmarkt noch nie erlebt habe. Danke an dieser Stelle für den grandiosen Abschied!
Nachdem wir die Kabelwege kurz gecheckt und uns umgezogen haben, passiert erstmal ... garnichts. Es ist Sonntag Mittag und in Telgte herrscht „Mittagsruhe“. Ein total merkwürdiges Gefühl. Auch wenn wir Pause haben, spielt auf dem MPS immer irgendwo eine andere Band oder zumindest läuft das Programm weiter. Daher gibt es auch so einen Grundpegel an Lautstärke, an den man irgendwie gewöhnt ist. Es ist aber einfach zu still. Davon abgesehen, dass gestern einfach mehr Menschen auf dem Platz waren.
Die einzige Zuflucht ist Toms Metschänke, vor allem das Vordach, und der Backstage-Container. Letzterer ist zwar beheizt, aber nicht wirklich durchlüftet. Außerdem ist echt wenig Platz bei dem Gepäck, Gebäck und den restlichen Weihnachtsgeschenken von Versengold und Saltatio. Von unseren Kollegen habe ich seit gestern einen ganz neuen Ohrwurm, den mir Elsi in den Kopf gesetzt hat: „ ... Ich und mein Fass Cola Light... „
Darauf hätte ich gern verzichtet.
So vergeht dann der Nachmittag mit dem ewigen Kreislauf „Bühne - Autogramme - Metschänke“ und zwischendurch wird noch was gegessen. Ich muss mich ja schließlich nochmal bei sämtlichen Marktständen durchfressen, da mir diese Köstlichkeiten ja in Zukunft nur noch selten zur Verfügung stehen werden. Irgendwie muss ich ja auch meine Nüchternheit kompensieren, denn ich bin für heute Abend als Fahrer eingeteilt. Also nichts mit „nochmal Hotelparty“. Nach dem Abbau und Einladen geht es direkt zurück nach Karlsruhe. Vorher gibt es aber noch ein aller letztes Abendkonzert zu bestreiten. Ich verabschiede mich von den treuen MPS-Fans mit den letzten Autogrammen und Fotos und ziehe mich in den Container zurück ... und um.
Das Flickwerk, was mal mein Kostüm war, wandert in den Koffer. Wenn ich es nicht schaffe in diesem Leben wirklich viel gutes Karma anzusammeln, werde ich womöglich als „Mittelalter-Klamotte“ wiedergeboren. Also wenn ich mein Kostüm so anschaue, wäre das so ziemlich das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann.
Nach dem Load machen wir uns auf den Weg zur ersten Raststätte um dort beim „Amerikaner“ noch eine Stärkung für die Rückfahrt zu erstehen; die nehmen allerdings keine Goldtaler. Einen Versuch war es wert.
Gegen 03:30h sind wir dann zeitgleich mit beiden Fahrzeugen in Karlsruhe am Lager. Es gibt sicherlich ein paar Dinge, die ich nach geraumer Zeit mal vermissen werde; das Ausladen und Aufhängen des klitschnassen Merchandise-Zeltes gehört sicherlich dazu - Niecht!
Die restlichen Formalitäten werden noch erledigt, wie z.B. Tankgeld vom Herrn von Mümmelstein ausbezahlen lassen. Danach fühlt man sich dann schon ein bisschen beschissen, wenn man um 04:30h zuhause ankommt.
So, und jetzt werde ich endlich ... endlich ... mal ausschlafen.

Ich verabschiede mich mit einem freundlichen ... tschüss! :)

Man sieht sich bestimmt mal wieder auf dem ein oder anderen MPS - natürlich nur bei gutem Wetter.

Bild von Kunoichi
Mistwetter

Es war in Telgte wirklich ein Mistwetter!!

Am Ende des Sturms

A-Steyr, KuFa Röda am 01.12.2012

Es muss morgens sein als ich aufwache, und das ist es auch. An einer Rastätte entspringe ich dem Bus und merke, dass wir schon in Österreich sind, auf dem Weg zum letzten Konzert der „Sturm aufs Paradies“-Tour.
Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Ich laufe ein wenig durch das Gebäude, mit einer schönen Aussicht auf all die Berge drumherum. Ein wenig bin ich ja melancholisch. So schnell war die Tour, sowie all die Erlebnisse auf und abseits der Bühne, vorbei. Gedanklich sind wir ja schon mit dem Nachfolgeralbum fast fertig, zumindest was das Schreiben der Songs angeht. Diese waren ja im Sommer schon fast alle fertig geworden.
Das letzte Mal heißt es diesen Abend, „Intro läuft, viel Spass“ von unserem Tourmanager Kai. Ich werde es ein wenig vermissen. Klar, spielen wir ja auch noch ein paar Festivals oder auch wieder Märkte, aber eine Tour mit all den Leuten drumherum ist dann doch immer etwas anderes, etwas spezielles.
Nach den 45 Minuten Pause geht es wieder weiter und ich setze mich ein wenig in die Lounge und schaue zu wie die Berge an mir vorbei ziehen. Es ist immer sehr unterhaltsam bei uns im Bus, da war es nie langweilig und das wird es auch nie werden. Morgens ist es aber auch recht ruhig, die meisten schlafen ja noch.
Wir fahren über Stock und Stein, und durch eine nicht endende Anzahl von Dörfern. Endlich am Club angekommen geht es erstmal hinein. Vielleicht gibt es ja etwas zum Essen. Ein Frühstück wäre nun super. Nach einer Weile bekommen wir dann auch Frühstück. Alles ist sehr Herzlich und Familiär. Eine angenehme Atmosphäre. Sowas hat man nicht immer in dieser Form. Da wir noch ein paar Szenen für einen Podcast drehen müssen, schnappe ich mir Till und Elsi und wir gehen ein paar Schritte, finden ein paar schöne Ecken und drehen noch die letzten Szenen.
Danach geht es für mich wieder in den Bus, ich füge die neu gedrehten Filmchen gleich in die bestehenden Podcasts ein und werkle weiter daran. Die meisten Kollegen sind entweder Duschen, im Catering, in ihrer Koje oder Backstage (oder alles zusammen). Da hat man es manchmal im Bus doch ganz gut, wenn man konzentriert in der Lounge sitzt und einiges geschafft bekommt. Ich mag diese Art zu Reisen sehr. Ist ein wenig wie Bahn Fahren, nur mit weniger Fremden und weniger Verspätung.
Langsam wird es Zeit für den Soundcheck, den letzten der Tour. Also begebe ich mich in den Club und hole mir einen der Bässe, es geht los. Wir spielen routiniert unsere paar Songs, diese nicht mal ganz und dies so lange bis uns unsere Techniker das „OK“ geben. Dies passiert meistens dann, wenn alles soweit eingestellt ist, oder sie es einfach nicht mehr hören können. Sind ja auch einige Shows auf so einer Tour. Vor allem dann am Ende vom dritten Teil der Tour.
Anschließend gibt es Essen, selbst gemachte Schnitzel und Salat. Sehr gut und sehr lecker. Selten beim Catering aber ich bestelle Nachschlag. Gut gesättigt geht es für mich wieder in den Bus, ein wenig Filmchen basteln, dann nochmal hinlegen. Solche Rituale ergeben sich von Tour zu Tour und ich fahre sehr gut damit, dass ich vor dem Konzert nochmal entspannen kann, egal ob schlafend, dösend oder mit einem Film oder einer CD (in meinem Fall habe ich meine komplette CD-Sammlung digital und Teile davon auf meinem Telefon dabei).
Nachdem der Wecker mich dann für die letzte Tourshow weckt, begebe ich mich Backstage und schlüpfe in meine Klamotten, dehne mich ein wenig, mach mich frisch und schon geht es rauf auf die Bühne. Die Show verläuft super und anschließend gibt es noch für die Fans Autogramme. Alles wie immer aber doch ein letztes Mal für dieses Album. Es hat Spass gemacht, die Setlisten haben variiert und es macht wirklich Spass all diese Songs live zu spielen. Natürlich bleiben einige Songs länger in den Setlisten und andere tauchen immer mal wieder auf, das ist einfach schön wie unser Repertoir wächst und gedeiht.
Nachdem alles gepackt ist geht es recht schnell los, nach Hause. Es waren, wie schon gesagt, viele Konzerte und viele Erinnerungen. Wir lachen alle viel und die ein oder andere Anekdote wird noch erzählt. Alle sitzen gemütlich in der Lounge zusammen. So eine Tour kann nur funktionieren mit einem Team, einem guten Team. Die Tour war sehr schön und mit Till an den dünnen Saiten und Jean, nun auch auf der Bühne, haben wir einen super Vorgeschmack bekommen, was nun noch alles kommen wird. Nach dem Sturm!

Von Camembert und schlechten Nudeln

29.11.2012, Mainz, KUZ

Nun ist es also soweit, hier folgt mein erster Tagebucheintrag im Rahmen einer Rockshow. Ich freue mich sehr, seit dieser Tour nun auch im elektrisch verstärkten Bereich unserer Band aktiv sein zu können! Und wie ich es nach diversen Gesprächen am Merchstand so einschätze, freut Ihr euch ebenfalls darüber. ;)
Dennoch, der ein oder andere im Publikum hat sich wohl verwundert die Augen gerieben, als er mich auf der Bühne eben NICHT an der Trommelburg erblickte, sondern an Gitarrensaiten und Pianotasten musikalische Arbeit verrichten sah. Klar, für die meisten war das wohl neu, dass ein durchschnittlicher Trommelbube auch noch etwas anderes kann, als gerade so fehlerfrei auf vier zu zählen (ein Sachverhalt, der übrigens so nicht unbedingt auch auf Dudelsackspieler zu übertragen ist, aber das nur am Rande). Umso schöner, wenn man auf diese Art die Erwartungen durchbrechen und Menschen auch mal positiv vor den Kopf stoßen kann. Mir macht es jedenfalls tierisch Spaß, diese neue Herausforderung anzugehen und nun auch einige Instrumente auf der Bühne spielen zu dürfen, an denen ich mich schon seit meiner Kindheit versuche.

Als Band gibt uns die neue Konstellation viele Möglichkeiten, die vorher nicht unbedingt machbar waren. Ein Spielmann mehr bedeutet nunmal – neben technischen und logistischen Herausforderungen, die es zu lösen galt - mehr Möglichkeiten und mehr Klangnuancen. Und zusammen mit unserem neuen Saitenhexer Till, der auf und neben der Bühne bisher eine beeindruckend souveräne Leistung gebracht hat, können wir nun zu acht auf der Rockbühne auch Songs spielen, die aufgrund ihrer Instrumentierung zuweilen eher schwierig in der Umsetzung waren. Mir fallen da spontan zum Beispiel „Orpheus“ oder auch „Letzte Worte“ ein... Und auch in Zukunft wird es da wohl noch die ein oder andere Überraschung geben.

Aber abgesehen davon, dass es auf dieser Tour im Herbst also mal nicht rein mittelalterlich zur Sache ging, geht es auch auf der Rockshow um die gleichen Dinge, die einen tourenden Musiker sonst so beschäftigen: Wo gibt’s Essen? Wann ist Soundcheck? Funktioniert noch alles einwandfrei? Ist das Wasser in der Dusche warm? (Der Bereich „Dusche“ entfällt natürlich im Rahmen mittelalterlich-akustischer Auftritte, um die Authentizität zu wahren. Is klar.)
Besonders der Bereich der Essensversorgung ist auf Tournee jedoch nicht zu unterschätzen. Ohne Mampf kein Kampf, das versteht sich von selbst. Aber wie wichtig eine gute Verpflegung wirklich ist, hat sich bei unserem Gastspiel in Mainz mal wieder gezeigt. Weil nämlich in der gebuchten Halle kein Abendcatering zur Verfügung stand, verzog sich der Tourtross kurzfristig in ein gegenüberliegendes Etablissement, welches Lasterbalk im Nachhinein als „italienische Fastfood-Variante des goldenen M“ bezeichnete. Ja genau, die Rede ist vom roten V... Wie auch immer, lange Rede, kurzer Sinn: Es schmeckte nicht. An den Nudeln und den Soßen fehlten die Gewürze, das Fleisch war totgebraten. Und während einige von uns noch gute Miene zum bösen Spiel machten, verhagelte es unserem großgewachsenen Hobbyfotografen die Laune. Der Mann hatte leider Recht, denn neben seiner Leidenschaft für Musik, Fotografie, gehaltvolle Getränke und schöne Frauen tut sich Lasterbalk zuweilen auch als überaus guter Koch hervor. Wer unsere Facebookeinträge während der vergangenen Songwritings verfolgt hat, weiß wovon ich spreche. Nun, wenigstens waren die Getränke in dem Laden in Ordnung, besonders der Rotwein (O-Ton Till: „ Die Drinks sinn ok, awwer die Schnäpps fehlen in dem Kacklade...“). Und wenn man schon nichts essen kann, sollte man wenigstens entsprechend trinken! Gesagt, getan. Sechs Gläser Vino später war es dann auch schon fast Zeit, sich für die Show bereitzuhalten.

Als Gitarrist auf der Rockbühne hat man übrigens diverse Vorteile, die einem als Drummer nicht vergönnt sind: Man kann umher laufen, die Bühnenseite wechseln, mit den Kollegen abwechselnd scherzen und abrocken... Und natürlich auch (wie an jenem Abend in Mainz) den Gesichtsausdruck des Trommelhünen beobachten und dabei zusehen, wie sein Metabolismus den ihm zur Verfügung gestellten Rotwein verarbeitete, die Nieren entsprechend ihren Dienst erfüllten und schließlich das unvermeidliche kam: Lasterbalk musste ab dem dritten Song heftigst aufs Klo. Schade nur, dass noch knapp 20 weitere Lieder gespielt werden sollten! Schonmal versucht, mit voller Blase Doublebass zu spielen? Nur zu, macht echt Laune.
Er hielt jedoch tapfer durch, ließ sich kaum etwas anmerken und stürmte schließlich am Ende des Hauptsets, also kurz vor den Zugaben, mit einem laut gebrüllten „SPAAAAARTAAAA!!!“ von der Bühne und Richtung Backstage-Toilette. Puh, das war knapp... Mit erleichtertem Gesichtsausdruck konnte es dann auch für ihn weitergehen, das Publikum ging nochmal richtig steil und wir verabschiedeten uns zufrieden vom KUZ und unseren tollen Fans... Danke Mainz! Wir kommen gerne wieder.

Übrigens: Tills Familie war ja an diesem Abend da, um sich die Show anzusehen... Sie haben mir im Anschluss offiziell die Erlaubnis erteilt, ihn auch weiterhin mitzunehmen. Zum Glück, ich wüsste nämlich nicht, von wem ich mich lieber unter den Tisch trinken lassen würde. Auch zwei alte Bekannte, beides Musiker der Band „Jovian Spin“, (die ich hier allen Interessierten wärmstens empfehlen möchte) schauten an diesem Abend vorbei und wollten sich das Spektakel des rockenden Tambouren nicht entgehen lassen. Mit ihnen hatte ich vor einiger Zeit als Drummer zusammenarbeiten dürfen... Hab mich sehr gefreut, dass sie da waren, an dieser Stelle nochmal liebe Grüße! Ihr Urteil fiel zum Glück gut aus, so dass ich auch weiterhin als Teil der Rockshow fungieren darf, statt von der Musikerpolizei abgeführt und in Ekel-Haft gesperrt zu werden.

Was sonst noch geschah:
Irgendwann in dieser Nacht - es muss schon reichlich spät gewesen sein und die meisten hatten sich im Bus bereits in ihre Kojen verkrochen – harrten als letzte Bastion vor dem Schlaf mal wieder Luzi das L, Jule (eine unserer Merchandiserinnen) und meine Wenigkeit in der Buslounge aus. Zu behaupten, dass unser Dudelsackvirtuose zu jener Zeit betrunken gewesen sei, käme der Untertreibung des Jahrtausends gleich. Von seiner Blutprobe allein hätte die Mainzer Poilizeihauptwache wahrscheinlich ihr diesjähriges Weihnachtsfest begehen können... Sein Gesichtsausdruck und sein Gehabe erinnerten zuweilen auch bereits stark an Gollum, besonders wenn es um den mitgebrachten Aquavit ging. Egal, er stand zumindest noch (der Dudelsacker), wenn auch schwankend. Und als er den typischen Fressflash bekam, der in solchen Momenten unweigerlich auftritt, kamen ihm die von unserem Fahrer Herb bereitgestellten Brötchen gerade recht. Nach einigen Bissen beschwerte er sich jedoch lautstark, dass auf den Dingern „echt ganz schön viel Butter drauf“ sei... Ein Blick meinerseits zum fast völlständig vertilgten Brötchen genügte, um zu verstehen, worauf er anspielte. Also erklärte ich ihm: „Luzi, das ist keine Butter. Das ist Camembert!“ Ach ja... Hab ich schon erwähnt, das Herr L laktoseintolerant ist?
Die nächsten Minuten verbrachte er schließlich damit, sich selbst und damit den unfreiwillig verzehrten Camembert mit dem restlichen Aquavit zu fluten. Und dabei in einem beständig wiederkehrenden Mantra zu murmeln „Es ist nur in meinem Kopf, es ist nur in meinem – *würg, hust, sabber* - Kopf...!“ Ein spannendes Schauspiel war das.

In meinem Besitz befindet sich übrigens ein Video, das den lieben Luzi am nächsten Morgen kurz nach dem Aufwachen zeigt. Auch lustig. Denken Sie daran, Herr L, wenn es beim nächsten Mal darum geht, neue Songideen des Tambouren zu bewerten oder einen Schluck vom Havanna Cola abzugeben. „Super, lieber Tambour! Tolle Idee, oh unnachahmlicher Tambour! Natürlich gern, werter Tambour!“ Besser so. Sowas könnte sonst schnell in die falschen Hände geraten. ;)

Euer Tambour

Bild von Güldenkraut
hehe sehr schön geschrieben

hehe
sehr schön geschrieben :-)

Frohe Weihnachten euch allen!

Bild von darkfairie
vielen Dank für den lustigen

vielen Dank für den lustigen Eintrag und die tolle Show!!! Ich hatte viel Spass dabei.... Nur schade, dass Alea danach verschollen schien und seine tolle Fotokarte nicht signieren konnte.

Bild von Hexilein
:)

sehr schön zu lesen...obwohl ich Luzi etwas bedauer ;)

Bild von SABRINA
cool

cool

Meine erste Niederschrift

Regensburg, Gloria am 28.11.2012

Toll. Nachdem ich mich am Vortag im heimischen Hassloch noch in ein paar League of Legends Games hab rapieren lassen, fahr ich mittelgelaunt nach Karlsruhe zum Liner. Ich gönn mir ein paar Ur-Krostitzer, die wir aus Magdeburg (geiler Gig übrigens) mitgeschifft hatten. Mein Teeniemagen bedankt sich nicht dafür. Den nächtlichen Hunger stillen Jean und ich um drei Uhr beim goldenen M. Das „Restaurant“ hat allerdings schon geschlossen. Nur der McDrive hat noch offen. Da wir aber zu Fuß unterwegs sind und uns der Drive fehlt, stehen wir dumm in der Einfahrt vor dem Bestelldingens rum und geben unsere Bestellung ab. Cheesy und Chicky gehen immer. Die Nahrungskombi beschert mir einen unruhigen Schlaf auf der Fahrt.

Am nächsten Morgen in Regensburg schau ich Frank verschlafen über die Schulter, während er eine Runde Quake auf seinem Mac zockt. Ziemlicher Noob der Typ. Ein kleiner Shuttlebus bringt uns zum „Gloria“ Club. Beim Catering fällt mir mal wieder auf, dass Nutella auf rustikalem Schwarzbrot viel geiler schmeckt, als auf so gammligen Pappdeckelbrötchen. Bäh! Danach haben wir tatsächlich ein bischen Freizeit. Ich freu mich mit Elsi, Luzi und Falk die Innenstadt von Regensburg anzuschauen. Eine schöne Altstadt und einen imposanten Dom hat dieses Städtchen. Me Gusta! Allerdings ist der Weihnachtsmarkt erst im Aufbau und wir bekommen leider keinen Glühwein. Uncool.

Back in da Club beginnt mein Powernapping auf der Couch. Timo meint: „Rumgammeln kann er wie ein großer. Als würde er es seit Jahren machen.“ Höhö. Tue ich auch ... weiß er aber nicht! Während dessen benutzt Sören von „Das Niveau“ eine Wienerwurst als Phallussymbol, um eine orale Entspannung zu simulieren. Der Bandname passt! Frank hat aus unerklärlichen Gründen einen steifen Nacken und ist deswegen grantig und beleidigend zu seinen Bandkollegen. Deswegen bekommt er eine Massage von Kate vor gesammelter Mannschaft mit den einleitenden Worten: „Ausziehen!“ Ich muss zugeben, dass ich neidisch bin. Massagen sind toll und Frank ist ein Fuchs.

„Das Niveau“ beginnt zu spielen und wegen der Backstagesituation kann ich das erste mal eine komplette Show genießen. Die Jungs sind witzig, frisch und spontan und kriegen den gut gefüllten, anfänglich verschlafenen, kleinen Club zum Aufleben. Respekt! Nun liegt es an uns. Showtime! Die Bühne ist allerdings so klein und kuschlig wie eine Diddlmaus, dass es mit acht Leuten echt eng wird. Ich lebe in ständiger Todesangst vor Elsis Dudelsack. Der Bewegungsraum ist klein. Nix mit rumposen und rumspringen. Trotzdem ist das Publikum voll bei der Sache und geht richtig geil mit! Ich verdaddel mich ein paarmal (wie üblich), aber im Grunde läuft alles gut und der Gig macht - wie auch meine sechs Gigs zuvor - richtig Bock!

Nach der Show und auch während der gesamten Tour nehmen mich alle Fans sehr freundlich und mit offenen Armen auf. Ich fühl mich unglaublich willkommen und wohl! Ein schönes und erleichterndes Gefühl! DANKE!

SALTATIO BESCHDES!

Bild von Azzgard
Genial

Ihr wart wirklich genial in Regensburg, mein erstes Konzert, dann gleich euch und dazu noch einen Drumstick...
und das Autogramme geben hast'e auf jeden Fall schon drauf ;D

Bild von Winterkind
moin till

prima, daß du dich in die tradition des tagebuchschreibens eingefügt hast . gut gemacht, gefällt mir gut . und schön, daß du dich auf der bühne mit den saltaten so wohl fühlst . gesehen hat man das schon in rostock, nochmal danke dafür . wir sehen uns in telgte . ich bin die,die immer ein foto möchte ;-)

Bild von Memi
Willkommen

Hi und ein herzliches Willkommen in der Truppe!
Wie man das so liest, hast du dich ja supi in die Truppe eingelebt.
Und die ein zwei "Verspielerchen" find ich sogar richtig sympathisch.
Also, keinen Grund zur Sorge!!!!

Bild von Little Kira
Ich freu mich schon...

Ich freu mich schon dich nächstes Jahr auch mal spielen zu hören (und natürlich auch zu sehen). Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner ersten SaMo Tour^^

Und falle ich auch brennend dem Meere entgegen,
ist Freiheit niemals ein vermessenes Streben...

Bild von Brisingr
LoL

Yay. auch ein LoL zocker!!! :)

Joa, Das Niveau is schon der Hammer. Und dazu noch ihr live... Goil!! *-*
Willkommen in der Gemeinde, Till! Ich mag dich jetzt schon!

Es war deine Sünde, die hat uns verbannt!!

Bild von Nightchild
Hi

Dein erster Tagebucheintrag und ich bin begeistert.Du scheinst dich auch gut in die verrückte Truppe eingelebt zu haben.(Ich sag nur El Sauberdor)

Bild von xXLokiXx
Till wie heisst du bei League

Till wie heisst du bei League of Legends ? :-)

Ist es zu laut, bist du zu alt !!!

Bild von Miri
lol

Haha, auch ein LoL-Zocker. Wirst mir immer sympathischer. ;)

Schade, dass ihr den Weihnachtsmarkt verpasst habt. Der ist immer sehr schön.
Aber die Stadt ist auch ohne Markt sehr sehenswert.

Thig Crioch Air An T-Saoghal
Ach Mairidh Gàol Is Cèol