Was macht so ein Spielmann eigentlich den ganzen Tag, wenn er nicht gerade auf der Bühne steht sondern mit der Band durch die Lande zieht, um die Fans mit Live-Konzerten zu erfreuen? Der Tourneealltag bringt allerlei lustige, spannende und nachdenkliche Erlebnisse mit sich. In ihrem Tagebuch erzählen die Spielleute von Saltatio Mortis von ihren Abenteuern auf Konzertreisen – Impressionen aus dem Tourbus, Begegnungen mit Fans, Konzerte aus Künstlerperspektive oder News und Gossip vom Mittelaltermarkt. Auch im Studio und beim Songwriting tragen sich bemerkenswerte Begebenheiten zu, von denen man als Fan sonst nie erfahren würde (oder besser nicht erfahren sollte ...) – wenn nicht der eine oder andere Spielmann hier aus dem Nähkästchen plaudern würde. Die Spielleute berichten schonungslos, detailliert und aus erster Hand über das tägliche Leben eines fahrenden Musikanten ...


Leipziger Allerlei

05.03.2010, Kohlrabizirkus Leipzig

Freude, oh Freude! Das erste mittelalterlich akustische Konzert des Jahres, und dann auch noch in einer so wunderbaren Stadt wie Leipzig! Die Probe unseres Akustikprogramms am Tag zuvor lief verlief erschreckend gut und ohne nennenswerte Ausfälle, obwohl wir etwas mehr als 2 Monate lang keines der Stücke gespielt hatten. Keine Frage, wir alle sind bis in die Haarspitzen motiviert und guter Laune, als wir uns schließlich auf den Weg machen - auch wenn es zugegebenermaßen etwas früh ist, morgens um acht (ja, für Musiker mitten in der Nacht, aber was tut man nicht alles...).
Als Fahrer des Bandmobils ist an diesem Morgen unser Herr Samoel eingeteilt. Der nach seinem Afrika-Abenteuer in jeder Hinsicht verkehrstechnisch gestählte Bajuware sitzt die rund 550 Kilometer Wegstrecke auf einer Arschbacke ab und denkt überhaupt nicht daran, sich zwischendurch von einem seiner Kollegen ablösen zu lassen. Respekt! Wer jedoch ihn und sein autofahrerisches Karma kennt, weiß genau, wohin die meisten seiner Fahrten führen... Richtig, direkt in den nächsten Stau! So auch an diesem Tag, obwohl es ausnahmsweise einmal länger dauert als sonst, bis die nächstbeste Verkehrsteilnehmer-Haufenbildung gefunden ist. Ansonsten Business as usual.
In Leipzig angekommen, finden wir auch ohne Umschweife die heutige Konzertlocation: Eine große Doppelhalle, die im altehrwürdig russischen Stil gebaut zu sein scheint und netterweise „Kohlrabizirkus“ genannt wird. Riesig, mächtig... und verdammt kalt! Warme Luft steigt bekanntlich nach oben, und ein einziger Blick in die weitläufige Kuppel über unseren Köpfen sagt uns, dass wir heute Abend wahrscheinlich frieren werden – trotz der Armada an Lampen, die unser Lichttechniker und Tourmanager Kai gerade an der Bühne in Position bringt. Da hilft nur eins: Warmer Met! Lasterbalk geht wie immer selbstlos voran, organisiert an einem der Schankstände alles Nötige und eröffnet die Metsaison mit einem zünftigen Becher des beliebten Heißgetränks.

Beim Soundcheck erleben wir eine weitere Überraschung: Die Akustik der Halle ist unglaublich – und zwar unglaublich schlecht! Für jeden Trommelschlag kommen gefühlte fünf von jeder Hallenwand zurück, die Kuppel tut ihr übriges und die Dudelsäcke scheinen plötzlich ÜBERALL zu sein. Ein soundtechnischer Alptraum! Wie genau es unser Tontechniker Flo schafft, aus diesem Geräuschwirrwarr einen einigermaßen akzeptablen Klang zu formen, bleibt mir ein Rätsel. Aber er schafft es dennoch irgendwie. Hut ab!
Die Zwischenzeit bis zum Konzert überbrücken wir Spielleute alle auf unterschiedliche Art und Weise: Während Elsi fleißig Stücke auf seiner Uileann-Pipe übt, Alea & ich an neuen Songs arbeiten und andere noch ein paar zünftige Becher Met verhaften, entdecken wiederum andere die Vorzüge von „Whiteboard-Markern“. Diese tollen Stifte sehen nämlich aus wie Eddings, machen auch genauso fette schwarze Striche, sind aber wieder vollständig abwaschbar. Und mit ihnen kann man ganz wunderbare Dinge malen oder schreiben, z.B. auf dem Backstage-Spiegel, Samoels Bouzouki, Falks Laptop... Ich brauche nichts weiter zu beschreiben, ihr könnt euch sicher vorstellen, wie es in unserem Backstageraum nach einer Weile aussieht.

Das Konzert selbst wird dann aber doch noch ein voller Erfolg! Unsere Vorbands „Nachtgeschrei“ und vor allem „Feuerschwanz“ heizem dem Publikum mächtig ein, so dass bereits tolle Stimmung herrscht, als wir unser Programm beginnen. Gespickt mit Hits aus dem Mittelalter-Sektor und akustischen Versionen unserer eigenen Songs, können wir aus einer vollen Setlist schöpfen; die Menge singt, tanzt und feiert mit uns bis zur letzten Zugabe. Vielen Dank, Leipzig! So macht ein Jahresauftakt Spaß!

Nach dem Konzert erleben wir Überraschung Nummer drei: In der Zwischenzeit hat es draußen nämlich mächtig geschneit, und wo tagsüber noch Sonnenschein und allmählich erwachender Frühling zu spüren waren, herrschen nun sibirische Verhältnisse. Also nichts wie rein in den Bus und ab durch den Schnee ins warme Hotel!

*Randnotiz*: Wohl aus jugendlichem Leichtsinn nehmen ein paar Musiker von „Feuerschwanz“ die Herausforderung an, gegen die berühmt-berüchtigte Rhythmusgruppe der Saltaten ein rhythmisches Wettkampftrinken zu bestehen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Jungrecken in einer schmachvollen Niederlage das Elend ihrer eigenen Existenz zu spüren bekommen... Besonders der ansonsten so rhythmussichere Trommler Lanzeflott beschert seiner Truppe durch wiederholtes Trinken ohne Groove schließlich dieses Debakel. (Einige Stunden später erreicht uns in einer SMS der Feuerschwanz-Kollegen die Mitteilung, dass ein gewisser Lanzeflott nun alkoholbedingt das Embryonalstadium erreicht habe und man alle paar Meter anhalten müsse, damit dieser sich erleichtern könne...)

*Randnotiz 2*: Überraschung Nummer vier erlebe ich persönlich bei unserer Rückkehr am nächsten Tag. Irgendein Vollpfosten hatte sich nämlich entschieden, die Kennzeichen an meinem geparkten Fahrzeug klauen zu müssen! Tolle Idee, VIELEN DANK AUCH!!! Wolltest wohl unbedingt ein ganz besonderes SaMo-Andenken haben, hm?!? Wer auch immer du bist und wo auch immer du dich aufhältst: Sollte ich dich jemals finden, wirst du am eigenen Leib erfahren, wie lange es dauert, bis so ein KFZ-Kennzeichen aus dem Auge geeitert ist... Das ist ein Versprechen.


DDD - Triple D - Double Day Diary

Hameln - Sumpfblume am 15.01.2010 Hameln - Sumpfblume
Bad Salzungen - Pressenwerk am 16.01.2010

NH Hotels ist schon eine tolle Hotelkette. Weniger toll ist, wenn man ihren Service hinter sich lassen muss und mit den geschätzten Kollegen wieder seinem Lieblingsjob hinterher geht. Vorallem das wohlriechende Shampoo und Duschgel wird gern eingesackt und mit auf Reisen genommen.
Zum Frühstück dachte ich mir heut: „Nein! Diesmal kein Rührei!“ Man muss ja die Kalorien nicht schon von morgens an erhöhen. Geschlafen hatte ich auch gut, weil: Einzelzimmer! Ja, manchmal hat es auch Vorteile, krank zu sein … Nach dem Frühstück war auch klar, wer den Sprinter fährt. Ich. Super! Nicht nur weil ich für heute das Tourtagebuch schreiben muss, sondern auch Noch die Fahrt zum Hotel heut Nacht übernehmen werde. Ich sollte eigentlich gestern fahren, hab jedoch fast den Sprinter auf dem Parkplatz in ein anderes Kfz oder diverse betrunkene Passanten gesetzt und da wollte spontan der Lasterbalk meine Tour übernehmen. Nun denn. Ich fülle noch schnell Wischwasser nach und es geht los.
Viel Landstraße musste auf dem Weg in die Rattenfängerstadt passiert werden. Angekommen im Club wurde es sich erstmal im kleinen Backstage gemütlich gemacht. Ich verbrachte die Zeit bis zum Essen mit Fotografieren und Filmen. Das Essen war etwas knapp, aber gut. Naja. Was will man bei Hühnchen mit Reis und Soße auch falsch machen? … Nach dem tollen Auftritt gab es die übliche Autogrammstunde, bei der man mal wieder die einen und anderen Bekannten traf. Auf dem Weg zum Hotel wurden wir etwas stuzig. 4 Gebäude und in welches müssen wir? Gut, die Nummer zu wissen, aber es ist schon etwas nervtötend, mitten in der Nacht bei Glatteis in der klirrendsten Kälte den richtigen Eingang bei jedem Gebäude noch zu finden. Die sich auf einer großen Fläche verteilten. Herr Samoel und ich verzichteten auf das Frühstück, zu dem wir ein anderes Gebäude hätten aufsuchen müssen. Stattdessen war mal etwas länger Schlafen erlaubt. Dann ging es, wie immer etwas verspätet, weiter nach Thüringen.

Nach Salzungen wars nicht wirklich weit. Die Fahrt über Berg- und Tal war bei dem Wetter sehr spannend, wobei ich das wirkliche Thüringer Bergland kenne und weiß, dass hier in der Gegend wohl eher noch der Begriff „Flachland“ im Vergleich fällt. Im Club war mal wieder alles cool. Nette Leute, lecker Essen uns Vita-Cola, sowie Knusperflocken waren am Start. Endlich wieder zuhause! Meine Freizeit verbrachte ich heute mit Üben im Backstage, wobei ich einen neuen Song gelernt hab und Benni am Einschlafen auf der Couch gehindert hab. Nicht nur das, sondern auch Kailight ergriff die Flucht, weil er ausnahmsweise sein Produktionsbüro mit unserem Backstage teilen musste. Jaja, klassenlose Gesellschaft und so … Ich erwartete noch Besuch, aber der war noch nicht in sicht. Eine freudige Nachricht ereilte uns noch beim Essen. Nein, Mümmelstein ist nicht tot und mit dem Gesicht blubbernd in der Suppe verschieden. Nein … Der miese Vorverkauf wurde erheblich duch die Abendkasse eingeholt und mit fast 300 Leuten wurde der thüringische Besucherrekord von Erfurt mit 280 Leuten, geknackt. Grund zum Feiern! Nach dem Konzert traf ich noch meinen Neffen mit Gefolge. Wir haben uns seit knapp 2 Jahren nicht mehr gesehen. War mal wieder ganz lustig. Dann mussten wir aber auch schon gehen und wir haben uns erstmal auf unbestimmte Zeit verabschiedet. Im Hotel angekommen, saßen noch ein 5-6 Leute in der Lobby. Viel erzählt wurde nicht, denn die Aufmerksamkeit aller galt nur einem. Nein! Nicht Alea! Sondern einem Papagei, der in einer Voliere im Foyer saß und mit Pfeifen, Mauzen und Sprüchen, wie "deine Mutter" sich bemerkbar machte. Die Idylle des Einzelzimmers war Schnee von gestern. Ich durfte mit wieder mit meinem geliebten Zimmernachbarn Herrn Samoel ein Bett teilen und wir wünschten uns auf die übliche Weise eine Gute Nacht. Wir haben da so ein Ritual entwickelt, was allerdings unter uns bleibt. Derjenige, der versuchte, sich den Luxus eines Zimmers für sich allein zu beanspruchen, war Mehmet. Mehmet Bulut („tapferes Wölkchen“) trägt seinen Namen nicht zu Unrecht. Als er seine Füße abends im Hotel aus Socken und Schuhen befreite, flüchteten Menschen mit grünen Gesichtern den Flur entlang. Letztenendes überstand doch jeder wieder dieses Wochenende und es ging am nächsten Morgen nach dem Frühstück gen Heimat.


Zu Gast auf Burg Pulp

Duisburg - Pulp am 14.01.2010

Es ist 10.45 Uhr und ich stehe stolz wie ein Kind, dass das neuste Playstationspiel geschenkt bekommen hat, mit meiner neuen Great Highlandpipe (schottischer Dudelsack) in unserem Proberaum und versuche meine ersten Stücke zu spielen. Die Betonung liegt auf ich versuche ...
Naja, mir macht´s Spaß und außer mir ist ja auch noch keiner Anwesend der sich darüber beschweren könnte. Doch einer aber der Beschwert sich nicht sondern macht einfach mit. Dieser Jemand ist niemand geringeres als unser Herr von Mümmelstein.
Circa eine halbe Stunde später sitzen wir im Bus und sind auf dem Weg nach Duisburg. Ich fahre, was bedeutet das wir ohne Verzögerungen und auch noch früher als geplant dort ankommen.
Schon kurz nach dem aussteigen wird mir klar das ich vielleicht doch besser gewesen wäre nicht komplett durch zu fahren, denn ich bin inzwischen echt müde.
Aber egal die Müdigkeit ist wie verflogen, als ich das erste Mal unseren heutigen Auftrittsort, das Pulp betrete. Der Club ist unglaublich schön. Hier haben sich echt mal ein paar Leute Mühe gegeben. Ich bin beeindruckt. Etwas später werde ich vom Veranstalter nach Oben in den Rittersaal geleitet, wo ich meine tägliche Sportstunde hinter mich bringe. Auch hier herrscht ein sehr angenehmes und wunderschönes Ambiente.
Nachdem ich mein Tagespensum erledigt habe geht’s zum Soundcheck. Dieser vergeht ohne besondere Vorkommnisse und es geht zum Essen.
Auch das ist sehr zufriedenstellend und nach einem kurzen Interview zusammen mit dem Herrn Mümmelstein, begeben wir uns in unseren Backstage-Raum zur Showvorbereitung.
Dort erwartet uns ein Wermutstropfen. Die Gasheizung ist ausgefallen, der Backstage ist so ausgekühlt das der Atem sichtbar wird. Auch nachdem die Heizung wieder in Gang gekommen ist, ändert sich an diesem Zustand erst einmal nichts, da der Raum einfach zu sehr abgegekühlt ist. Also ziehen wir uns ungewohnt schnell um und betreten kurz darauf die Bühne. Es ist eine Wohltat, es erwarten uns eine Halle voller begeisterter Menschen, die uns mit Ihrer vollen Stimmgewalt begrüßen und eine Bühne auf der tropische 30 Grad herrschen. Nach dem Kühlschrank-Feeling im Backstage ist das eine echte Wohltat.
Wie im Fluge vergehen zwei-einviertel Stunden Show. Anschließend sind begeben wir uns in die Menge und lassen den Abend im netten Beisammensein mit unseren Gästen ausklingen.
Fazit des Tages: Es war wunderschön und ich sollte mehr schlafen.

Alea


Das Verbraucher-Ministerium rät zu Hamsterkäufen ...

Andernach - Juz-Live Club am 08.01.2010

Oh nein! Ich habe zur Zeit noch zweieinhalb „Echte Katzen“ (1) und eine Wüstenrennmaus. Hamster und dann noch eventuell mehrerer davon kommen mir nicht ins Haus. Auch wenn wohlmeinende Ministerial Beamte eine CoOp mit „Kölle-Zoo“ oder dem „Fressnapf“ haben. Ich verweigere mich dem Regierungswillen! Um es mit dem Magister von Winterfeld (wie passend) laut herauszusingen „Ich bin dagegen, dagegen, dagegeeeeen!“.
Wenn es nach dem Willen der Wetterfrösche und Meteo-Propheten gegangen wäre, dann hätten wir eigentlich daheim bleiben sollen. Bereits ab Mittwoch dieser Woche jagte eine Warnmeldung über das kommende Wochenende die andere. Arktische Kälte, Verkehrschaos und Horrorszenarien wurden an die sprichwörtliche Wand gemalt. Erstaunlicher Weise hielt sich dabei Deutschlands Revolverblatt (2) nachhaltig raus und titelte am Samstag und Sonntag lediglich über die für die Nation wichtige Frage ob dem Dieter seine DSDS Sprüche gemogelt sind oder nicht. Was halte ich denn nun davon...?
Es gibt kein schlechtes Wetter. Nur schlechte Kleidung und schlechte Vorbereitung. Wir hatten genug Decken, Nahrung, warme Gedanken (3) und einen Leitfaden für angehenden Kanibalismus.
Der neue Tag beginnt ja rein rechnerisch um Mitternacht. Darum mag ich auch hier kurz beginnen. Nachdem im Jazzhaus alles verpackt und eingetütet war ging es kurz ins Hotel, danach stand für mich und die Crew noch Abendessen an. Rein zeitlich war es aber dann doch eher ein mitternachts Imbiss. Wir wanderten nach kurzem Besuch im Hotel durch die schöne und grabenreiche Freiburger Innenstadt in Richtung Löwen. Gutbürgerliche Küche bis drei Uhr. Da mich Migräne zu plagen begann wanderte ich vor dem Küchenschluss zusammen mit Kailight, Anna und Geraldine wieder in Richtung Hotel. Dort angekommen trafen wir auf den die Freiheit von Cuba feiernden Lasterbalk, der uns verkündete, dass gerade eben die Polizei das Hotel aufgemischt hätte. Vor meinem inneren Auge packte ich schon wieder meine sieben Sachen die ich zuvor in meinem Hotelzimmer verteilt hatte und machte mich auf eine weitere Nacht auf irgendeinem Fussboden bereit. Kailight fragte vermerket nur kurz „Wer wars?“. Zu unserer Überraschung wurde uns erzählt, dass wir diesmal keine Schuld an dem Aufmarsch stattlicher Gewalt hätten und eine Horde Gang-Bang Enthusiasten versucht hätten das Hotel karmisch aufzuladen. Puh!
Während einer kurzen Rastpause im winterlichen Baden, stellte ich fest, dass Samoel tapfer dabei war seine neuen Stiefel für Botsuana einzutragen... Naja, Schnee ist ja auch so in etwas wie Wüstensand, nur etwas kälter.
Andernach war so etwas wie ein nach Hause kommen. Hier hatten wir schon so manches Konzert über die Rampe geschoben und ich freute mich darauf die alten Freunde und Bekannten wiederzusehen. Die Zeit bis zum Konzert verlief viel zu schnell und wurde von einer Hiobsbotschaft über Frost, Sturm und Eis nach der anderen überschattet. Draußen war ein herrlicher Wintertag und alles ruhig. Laut Wetterkarte befanden wir uns irgendwo in Daisy... Toll wenn Technik einem so ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit vermittelt. Immerhin hatte sich noch eine stattliche Anzahl feierwütiger Menschen nicht beirren lassen und ihren Weg zu uns gefunden. Cumulo Nimbus ging uns vorneweg und dabei gut ab. Was für eine Chance sollte Daisy gegen uns denn haben wenn wir die Schäfchenwolke darselbst auf unserer Bühne hatten.
Wir rockten los. Tolles Konzert! Tolles Publikum! Dann kam Annas Auftritt die in so etwas wie einem Hauch von einem Bikini auf einem Gitarrencase surfend von der Menge getragen wurde. Respekt für Anna und Respekt für all die Arme die sie trugen!

Als wir mit allem fertig waren schneite es leicht. Kein Weltende, keine Schnee Apokalypse, einfach nur Winter...(4)

Euer Falk.


- Hier noch ein kurzer Nachtrag zum Tagebucheintrag von Bruder Frank (Jazzhaus 07.01.09). Es war nicht der Hinterkopf, sondern meine Stirn. Ich bin mir zwar über Bennies Qualitäten als Lichtler voll bewusst, aber der klasse Blackout und die anschließende Sternendichte vor meinen Augen schiebe ich doch eher auf Newtons Beschleunigungsgesetz ( F=m*a ).
- Zudem waren noch zwei Onkels, zwei Tanten und ein Neffe von mir zum ersten mal auf einem unserer Konzerte und ich war mächtig aufgeregt.

P.S.
Samstag Nacht, daheim auf der Couch. Er kam... endlich. Der lang angekündigte Stromausfall, die Katastrophe war da. Also hatte ich doch noch etwas von Daisy abbekommen. Ob es mit einem Hamster im Haus besser gewesen wäre? Zum Glück war ich gerade dabei meine eigene Botsuana Ausrüstung zu checken und konnte voller Abenteuerlust mit meiner neuen Stirnlampe bewaffnet durch das stille und dunkle Haus stromern, während ich über einen Holzofen und Stromaggregate nachdachte und meine künftige Unabhängigkeit von EnBW erklärte.

(1) siehe auch: Terry Pratchett – „Die gemeine Hauskatze“
(2) Null Info mit vier Buchstaben
(3) Sam und Elschen
(4) Dieter dementierte in der Bild am Sonntag alle Vorwürfe der Mogelei

Jazz und Rock

Freiburg, Jazzhaus am 07.01.2010

Wir haben ein neues Jahr und der Kalender verriet mir dass es heute die erste Rockshow im Jahre 2010 für uns sein wird. Der tag fing sehr entspannt an, kein Stau auf den Straßen ins Studio und auch nur wenig Schnee. Dort angekommen ging es weiter mit der schier endlosen Arbeit an den neuen Podcasts von der Wer Wind saet-Tour 2009, hiermit sei bekannt gegeben dass bald die erste Folge online sein wird. Gegen 11 Uhr kam dann noch Herr Samoel vorbei um mit mir an einem neuen Stück zu arbeiten, welches den schicken Arbeitstitel „Käse-Sahne“ trägt. Nachdem wir es mit Zuhilfenahme von Kaffee bezwungen hatten waren wir gut gesättigt und startklar für die Fahrt gen Freiburg. Herr Samoel beschloss kurzerhand noch meine Akustik-Gitarre für diesen Tourblock mitzunehmen, also wurde diese gepackt und wir fuhren in Richtung Proberaum.
Nun ging es los in Richtung Freiburg. Jedoch gab es schon das erste Problem. Kommen wir je aus dem Hof heraus? Während wir unser Fahrzeug mit unserem Reisegepäck beluden hatte vorne am Eck ein LKW mit schwerer Last geparkt und begann diese mit dem montierten Kran abzuladen.
Mit Jahrhunderte langer Erfahrung reichte es Falk nur einen Blick auf die Lücke zu werfen um zu sehen: „da passen wir irgendwie durch“. Also fuhren wir los, rückwärts. Wir kamen nur wenige Meter, da ein Mercedesfahrer versuchte in die eh schon viel zu enge und zugeparkte Hofeinfahrt als Parkplatz zu benutzen. Falk stieg aus.
In einem Interview bezüglich des Vorfalls erklärte der Herr von Mümmelstein später am Tag dass er nicht wütend über unseren leider verzögerten Start an diesem Mittag war sondern nur erbost war mit dem Hang zur Unsachlichkeit. Nachdem er den Sprinter nun mit samt Band durch das Nadelöhr bugsiert hatte ging es los. Die Autobahn hatte uns wieder.
Die Fahrt verging für mich sehr schnell, da ich die Gelegenheit nutze mir eine neue Serie auf dem Laptop anzuschauen. Andere fuhren, telefonierten, schliefen oder versuchten sich mit der Anleitung für GPS-Geräte auseinanderzusetzen, für den bevorstehenden Afrika-Trip. Den Weg nach Freiburg kannte ich zu gut, da ich da zwischen 2003 und 2005 selbst studiert hatte. Damals hatte ich auch schon im Jazzhaus gespielt, jedoch Jazz!
Um uns weite Wege zu ersparen parkte Falk direkt neben der Eingangstreppe.
Der Start des Soundchecks verzögerte sich ein wenig. Auch diese Zeit verging irgendwie schnell. Manche übten, manche relaxten oder suchten die Kaffeekanne. Der Soundcheck in Clubs ist bei uns nicht gerade kurz vor allem wenn wir mit neuen Songs unterwegs sind oder sich mal wieder Dinge im Technikbereich geändert haben. Um ca. 19 Uhr waren wir fertig und die Leute wurden auch gleich hereingelassen. Normal ist dies nun die Zeit in der wir uns auf das Konzert vorbereiten, jedoch hatten wir noch nichts gegessen. Der Großteil von uns machte sich sofort auf den Weg in eine Kneipe ein paar Häuser weiter. Das Essen kam recht schnell und somit hatten wir zumindest etwas im Magen. 15 Minuten vor Showtime ging es zurück um sich schnellst umzuziehen. Herr Samoel wechselte sogar noch die Saiten auf der E-Gitarre, mutig! Kaum war er fertig startete das Intro und die Show ging los.
Die Show war sehr rockig und trotz ein paar Soundproblemen die aber den gewölbeartigen Räumlichkeiten zuzuschreiben sind kamen wir sehr gut durch, dank Marko unserem Mischer für unseren Kopfhörersound. Die Themen der ersten Show waren u.a. Musikalische Harntätigkeiten von Herrn Samoel, lückenhafte Texte von Alea, die Wünsche vierjähriger Mädchen über Federvieh-Lieder und einen Schlag auf den Hinterkopf von Herr Mümmelstein.
Die anschließende Autogramm- und Fotorunde war sehr entspannend, vor allem da die Show in der Größe schon eine sehr intime Atmosphäre erzeugte.
Für die Fahrt in das Hotel war ich eingeteilt jedoch kam mir der Hotelname zuvor schon bekannt vor und tatsächlich war das Hotel nur 200 m vom Club entfernt also liefen wir rüber und wie es sich für richtige Rockstars gehört war ich um kurz nach 0 Uhr im Bett.

Das letzte Konzert ...

Lindau, Club Vaudeville am 27.12.2009

Lindau, das letzte Konzert des Jahres und damit auch das letzte Konzert im neunten Jahr von Saltatio Mortis. Doch mit 2009 verabschiedet sich nicht irgendein Jahr von uns, es ist bestimmt unser bisher erfolgreichstes Jahr, bestimmt eines der anstrengensten und es ist das letzte Jahr in der ersten Dekade Saltatio Mortis. Die „Wer Wind saet“ war in den Top Ten, wir haben eine unglaubliche Tour spielen dürfen und wir haben uns einen Wunsch erfüllt, als wir in Tegte auf dem MPS vor 8000 Leuten eine neue Live CD aufgenommen haben, die Manufactum II. Ich bin immer noch erstaunt und gerührt, wenn ich mir überlege, wie alles vor mittlerweile zehn Jahren begonnen hat ...
Irgendwie scheine ich aber der Einzige zu sein, der sich an diesem Tag solche Gedanken macht. Schon früh erreicht uns eine sms unseres Tourmanagers Kai, der uns bittet ausreichend Verbandsmaterial mitzubringen, denn ein weibliches Crewmitglied wäre kurz vor dem verbluten und die Damen würden das wohl ohne unsere Hilfe nicht in den Griff bekommen. Großes Gelächter bei uns und ein gutes Beispiel dafür, wie wenig Privatsphäre auf Tour eigentlich übrigbleibt ...
Auch scheinen Kaffeemaschinen, Catering und vor allem die Bestückung des Getränkekühlschranks allen wichtiger zu sein, als ein melancholischer Schlagzeuger mit sentimentalen Anwandlungen. Tour, Privatsphäre und so ...
Vom Club Vaudeville bin ich angenehm überrascht, das Konzert macht Spass, sowie auch das ausgiebige Autogramme geben und Quatschen hinterher. Dennoch bin ich ausnahmsweise nicht an der vordersten Partyfront zu finden, sondern verbringe den Jahresabschluss lieber ruhig und zurückgezogen. Ungewöhnlich für mich, aber wie ich mir am nächsten Morgen erzählen lasse, sind die Jungs und Mädles auch ohne mich ganz gut zurechtgekommen, was man zum Beispiel im Gesicht unseres Tontechnikers Flo deutlich sehen kann, der das Opfer einen hinterhältigen Eddingattacke wurde, aber auch der Aspirin- und Kaffeeverbrauch am Frühstückstisch sprach dem Vernehmen nach Bände ...
So schließe ich für mich mit einem wundervollen Jahr 2009 ab, bedanke mich bei euch allen für die vielen Stunden ausgelassener Stimmung auf den Konzerten, für die vielen tollen Feedbacks zur „Wer Wind saet“ und vor allem für eure Treue! Ich freue mich schon sehr auf unser Jubiläumsjahr 2010, in dem schon jetzt ein Highlight das nächste jagt. Nach den Konzerten im Januar brechen Samoel, Falk und ich zu unserem Botswana Abenteuer auf, dann werden wir im Märze den zweiten großen Tourblock der „Wer Wind saet“ Tour spielen. Am 23.April wird dann die Manufactum II in den Läden stehen, im Sommer sind wir fleißig auf gefühlten tausend Bühnen unterwegs, um dann am 15. Oktober in der historischen Stadthalle in Wuppertal unsere 10 Jahres Jubiläumsshow zu spielen und unsere erste DVD aufzunehmen. Danach geht es ins Studio und neue Lieder erblicken das Licht der Welt! Wenn das mal keine tollen Aussichten sind? Vorbei ist 2009, es lebe 2010 ...


Weihnachten und kein bisschen leiser

Heidelberg, Halle 02 am 26.12.2009

Es ist Weihnachten und da die meisten von uns ja über die Feiertage bei ihren Familien waren, reisen wir mit unseren Privat-Autos an. Ich komme direkt aus Nürnberg über die A6 und bin einfach viel zu früh da. Eigentlich hab ich mit viel schlechterem Wetter und Stau gerechnet, davon bleib ich aber diesmal verschont. In der Halle 02 angekommen geht‘s erstmal in den Backstage um mich mit einem Kaffee aufzuwärmen. Das durchfragen bis zu dieser hochheiligen Kaffeemaschine bei unserem Tourmanager Kai kann ich mir diesmal sparen, da wir ja nicht das erste Mal in diesem Club sind. Immerhin haben wir hier kurz vor der Tour im Oktober 3 Tage lang geprobt; mit kompletter Licht- und Tonmannschaft versteht sich. Also, angekommen in unserem Backstage-Zimmerchen muss ich mit Schrecken feststellen, dass es da keinen Kaffee gibt - noch nicht. Es steht zwar eine hochmoderne, komplex anmutende Kaffeemaschine in der Ecke, aus Gesprächen bekomme ich aber mit, dass es bisher niemand geschafft hat, diesem Edelstahl Kollos einen Tropfen der allseits beliebten schwarzen Flüssigkeit zu entlocken, weil sie einfach mehr als einen Knopf hat. Dann muss es eben so gehen.
Zurück in der Halle werd ich gleich auf die Bühne beordert, weil meine Verstärker-Anlage „komische“ Geräusche verursacht. Irgendwas brummt und rauscht - das ist zwar immer so, aber diesmal ist es lauter als sonst. Hm, alle Kabel meiner Effektgeräte abgezogen und die Bodenpedale mit Batterien versorgt ist das Brummen zwar kein bisschen leiser, könnte aber auch an den Tonabnehmern meiner Zweitgitarre liegen, die gegen Einstreuungen der Lichtanlage nicht so toll abgeschirmt sind. Also, andere Gitarre dran und siehe da: es ist ein klein bisschen weniger geworden.
Dies ist nur eine von vielen kleinen Baustellen, die vor und während dem Soundcheck behoben werden wollen, und das Beste: es ist jedes Mal irgend etwas anderes.
Apropos Soundcheck: mittlerweile ist der Rest der Band angekommen und während gewisse Leute ihre Dudelsäcke an den Start bringen oder merkwürdige Kung-Fu Übungen vollziehen, richten sich Bruder Frank und Lasterbalk auf der Bühne häuslich ein.
Nach einem langen und ausgiebigen Soundcheck geht‘s zum Abendessen. Heidelberg ist ja jetzt nicht wirklich weit von Karlsruhe entfernt, aber die kulinarischen Unterschiede könnten nicht größer sein. Man stelle sich folgendes vor: Pasta, viel zu lang gekocht - mindestens doppelt so lang wie normal, kein Salz im Nudelwasser, dazu Tomatensauce aus der Dose, eine kleine Packung geriebenen Käse drauf und für‘s Auge noch zwei oder drei Oliven mit in den Topf geschmissen. Nicht zu vergessen, dass jegliche Art von Gewürzen dieses kulinarische Highlight zerstören könnten... wo war doch hier noch gleich der nächste McDonalds?
Die Zeit bis zur Show vergeht dann mit warten, umziehen und warmspielen. Dann endlich rauf auf die Bühne und Vollgas. Das Publikum ist in Feierlaune und wird deshalb auch mit „Sieben Raben“ - einem lange nicht gespielten Song - und zwei Premieren: „Freiheit“ und „Manus Manum Lavat“ belohnt.
Nach dem Konzert werden natürlich wie immer Autogramme gegeben, Fotos gemacht und noch die ein oder anderen kleinen Weihnachtsgeschenke entgegengenommen, da wir aber - wie Anfangs erwähnt - fast ausschließlich selber fahren müssen, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als unsere Tour- und Jahresabschluss-Aftershow-Party dann auf den nächsten Tag in Lindau zu verlegen... es wird legendär werden!

Herr Samoel


Schneeflöckchen, Weissröckchen.....

Tegte, Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt am 20.12.2009

Hallo Zusammen,

nun ist es soweit, nachdem wir gestern direkt nach dem Auftritt in Langen von unserem Tambouren nach Münster in ein kleines Hotel gefahren wurden, erwache ich neben diesem, geweckt von einer Jazzcombo in unserem Doppelbett. Ja Doppelbett. Aber da wir beide keine Zwangskuschler sind, ergab sich daraus kein weiteres Problem.
Es ist 8 Uhr in der Früh. Betreten hatten wir unser Zimmer um 2.30 Uhr, also soviel zum erholsamen Schlaf.
Gegen 8.30 versammelt sich Saltatio Mortis am Frühstücksbuffet. Um 9 Uhr sind wir, bei leichtem Schneegestöber, dabei unsere Bühne einzurichten.
Nachdem auch das erledigt ist, begeben sich die meisten noch einmal zum aufwärmen ins Hotel zurück.
Ich sitze in unserem Künstlerkontainer (Backstage), in dem dauernd der Strom und somit auch die Heizung ausfällt, und versuche mich via Zwiebeltechnik gegen das nahende Wetter zu wappnen. Draussen schneit es mittlerweile mehr als es mir eigentlich lieb ist, aber was soll man machen.
Dann gönne ich mir den ersten heissen Met des Tages und kurz darauf spielen wir den ersten unserer 4 Auftritte an diesem Tag, bei dem wir feststellen müssen das der Schnee und die ca. 6 Grad Minus nicht nur uns sondern auch unseren Instrumenten echt zu schaffen machen...
Erstaunlicher Weise sind die A-Säcke relativ stabil, was man von der Drehleier, der Bouzuki und dem tiefen D Sack nicht sagen kann. Drehleier und D- Sack können sich nicht auf einen Ton einigen und an der Bouzuki sind von 8 Saiten nach dem ersten Konzert nur noch 6 übrig.
Wir machen aus der Not eine Tugend und machen das was Saltatio Mortis am besten kann, spontan und kreativ sein..
So werden bei den nächsten Tagesauftritte ein Weihnachtsbaum zu Gunsten den Kindergärten von Telgte versteigert. Weihnachtslieder gespielt, welche darauf hin von uns und dem Publikum gesungen werden und einer holländischen Dame Deutschunterricht erteilt.
Dieser gipfelt in einem Satz den sie von Lasterbalk an der Taverne gelernt hat und den sie vor den versammelten Gästen des Telgter Weihnachtsmarktes zum besten gibt..

So kommt es das eine freundlich lächelnde Niederländerin in einer Ansagenpause vor Falk steht und mit folgendem Satz das Publikum und die restlichen Bandmitgliedern vor Lachen zum Weinen bringt.

"KANN ICH IHNEN ÜBER DIE STRASSE HELFEN?"

So verläuft der Tag feucht fröhlich, während die Welt im Schnee versinkt.

Um 20 Uhr haben wir den letzten Outdoorauftritt dieses Jahres überstanden und bauen ab.

Fazit: Es war eine Bewährungsprobe für Mensch und Material, für Band und Gäste, aber mit viel Freude und ausgelassener Stimmung kann man auch das ohne bleibende Schäden überleben...

Danke für Alle die mit durchgehalten haben.

Ich hoffe Ihr seid auch gut und sicher nach Hause gekommen..

Nun noch was von uns Allen.

Wir wünschen Euch eine geruhsame und schöne Weihnacht.

Vielleicht können wir ja einige von Euch in Heidelberg oder in Lindau, am 26. und 27. Dezember bei uns begrüssen.

Den übrigen, die wir dieses Jahr das letzte mal treffen durften noch ein lautes und Fröhliches Neues Jahr..
Bleibt gesund und munter..

Alles Gute

Alea und die Spielleute Saltatio Mortis


The Queen of Metal

Langen, Noisegate Metal Christmas am 19.12.2009

Juhu! Es geht wieder los! Da freut sich der Spielmann.
Nach dem letzten Wochenende, wo einem fast die Ohren weggeflogen sind,
sollte es nun doch etwas angenehmer werden. So dachte ich. Aber kaum hat man sich geeinigt, mit der gesamten Band loszufahren, nachdem noch Sitzplatzkämpfe ausgefochten werden mussten, da hält das Fahrzeug schon wieder an. An einer Raste. In Bruchsal. Nicht mal eine halbe Stunde nach der Abfahrt. Was war passiert? Glatteis? Kein Scheibenreiniger mehr? Schneeketten verloren? Nein!!! Unsere Diven Lasterbalk und Bruder Frank steigen in aller Seelenruhe aus um erstmal zu frühstücken!!! Ich rastete bald aus. Schließlich hätte man sich ja nen Kaffee im Proberaum machen können.
Egal. Aus Frust hab ich mir dann eine BiFi gekauft und langsam und genüsslich im Sprinter verspeist, während die anderen fast gekotzt haben. Ich habe sogar noch auf der Folie rumgekaut, um das Raucharoma voll auszukosten. Plötzlich waren wir schon da. Super! Anderthalb Stunden Fahrt.
Hätte man das nicht ohne Kaffee und Crossaint aushalten können? Naja.
Angekommen bezogen wir unseren Backstage gegenüber von der Damentoilette und besichtigten als erstes die Bühne. Die Deko von Doro, des Headliners, war wahnsinnig toll. Ich habe mich sofort in ihre beiden halben, rotierenden Disko-Kugeln verliebt (nein, nicht diese Kugeln ...), die auf dem Schlagzeug-Riser standen und auch in das Backdrop mit der überlebensgroßen Sängerin. Dann ging es ins Catering. Nach einem kleinen Snack begann eine illustre Runde, bestehend aus Toncrew Ouzo und Marco und Herrn Mümmelstein und mir eine Debatte über Herrn Mümmelstein's Spielmannstum zu führen, welches er mit Artisten verglich. Diese Diskussion endete darin, dass die Techniker sich anderen Themen widmeten und Mümmel und ich uns über unsere Fingernägel unterhielten.

Schließlich gingen wir nach dem Essen auf die Bühne. Es machte viel Spaß und die Lautstärke war brachial, aber anscheinend so present, dass unser Kailight sogar meinte, Männer auf der Bühne zu sehen, wenn wir anfangen. Er habe Saltatio, solang wie er sie kennt, noch nie mit so viel Eiern erlebt. Schön, dass zu hören. Ich war selbst auch sehr zufrieden, vorallem, weil mein selbstgebauter Dudelsack seine erste Rockshow mit Bravur überstanden hat. Ich hatte bis jetzt noch kein angenehmeres Spielgefühl.
Nach einer etwas sehr kurzen Autogramm"stunde" gingen wir wieder in den Backstage. Auf einmal ging die Tür auf und eine kleine ältere, aber immer noch sehr hübsche Frau spazierte herein - Doro Pesch.
Sie kam uns extra vor ihrem Auftritt noch einmal besuchen, um sich zu entschuldigen, dass sie bei "Salome" nicht mit auf die Bühne kam, um die weibliche Stimme zu singen. Sie war jedoch sehr krank und wir sahen es ihr nach, dass sich sich auf ihre eigene Show konzentrieren sollte und sie versprach uns, dass wir das bei der nächsten Gelegenheit doch noch schaffen werden.
Mit diesen guten Aussichten ging es nach Telgte und direkt ins Bett.


Einfach mal die Zwiebel raushängen lassen ...

Lichtenfels, Christmas Festival am 12.12.09

Altersdemens, ich fürchte es muß so was in der Richtung sein. Lasterbalk war tatsächlich der einzige der noch wusste, dass wir schon mal in dieser Halle gespielt hatten, seiner Meinung nach mit Schandmaul, bei dem Jahr war er sich dann doch nicht mehr sicher. Ich wusste davon gar nichts mehr. Naja, ich kann und werde ja auf mein Überbiblisches Alter herausgeredet, aber was machen denn die anderen... Ok, sie waren fast alle noch nicht dabei. Das wundervolle an Vergesslichkeit ist, dass man sich jedes Mal auf neue freuen oder auch so richtig ärgern kann. Bei Lichtenfels habe ich mich wahrlich gefreut. Endlich nach all der Rock Absenz wieder auf eine Bühne, mit den Jungs und dem ganzen Licht und vor allem dem Publikum und ganz besonders so richtig laut.

Seit Lichtenfels werde ich von meiner Umwelt ermahnt nicht nur nicht einfach so laut zu reden wie gewohnt, sondern ich möge nicht so wild herumschreien. Ich weiß nicht was Umwelt mir da zu sagen versucht. Auf alle Fälle war es so schön laut gewesen, dass ich mich vom Backstage zur Bühne gegen den Boxenwind stemmen musst, um es in passabler Zeit zu schaffen. Von der Bühne zurück konnte man dann deutlich schneller unterwegs sein.

Zwei Tage zuvor habe ich meine kaputte Uhr vom Uhrmacher geholt. Ich dacht mir, dass mir ein Zeitmesser unglaubliche Dinge über den Zusammenhang und den Ablauf von Ereignissen verdeutlichen kann, Dinge von denen ich laut Lasterbalk (im folgenden abgekürzt – LaBa) überhaupt rein gar nichts verstehe.

Ankunft im und mit dem Nightliner sogar eine halbe Stunde früher als geplant. Ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass wir uns den Luxus eines Nightliners gegönnt haben. Die Stecke zwischen Lichtenfels und Telgte wäre ansonsten ohne Schlaf für einen von uns der das Fahrerlos gezogen hätte nur ohne Schlaf zu bewältigen gewesen.
Hurra, meine Uhr hat mir, wegen der zeitigen Ankunft ein tolles Gefühl von Sicherheit verschafft. Sie gaukelt mir sogar kurzzeitig vor, dass man sich keine Sorgen machen muss. Falsch. Kailigt (i.F.agk. –KaLi) unser TM (grml... Technischer Leiter) und TM ( Tourmanager) kommt uns entgegen und verkündet, dass nach erst zwei Bands die über die Bühne gefegt sind wie Gargamel durch Schlumpfhausen, wir sage und schreibe nur eine Stunde nach hinten Delay (Verspätung) haben. Die allgemeinen Zeitaussichten standen auf Flaute, kein Lüftchen in Sicht eher weitere Verzögerungen.

Ich vermute ja, der Grund für diese Verzögerung war der neue und wirklich gelungene Merchandise Stand von Subway to Sally. Dieses gecasete (in Holz und Alu ummantelte), mir wirklich Respekt abringende Ungetüm hat vermutlich allen Hands (unermüdlich am Zeitplan arbeitende motivierte Spezialisten) die Puste ausgetrieben als es auf den traumhaftesten Merchandise Verkaufsorte gehievt werden musste den man sich nur für sich und seine Shirts wünschen kann. Gleich neben dem Eiger, dem Joch und der Jungfrau. Abgesehen davon und LaBa und KaLi können eine Oper davon singen bin ich was Gewicht und Größe einer Verkaufshilfe ein echter Profi und mühe mich stets besonderes zu leisten,, aber das Objekt ist wirklich der Hammer. In Rainer (Mercher STS) habe ich meinen Meister gefunden.

Ich und meine Uhr hatten keinen Spaß an dem Abend. Zumindest nicht im Verhältnis von Wunsch und Realität oder Plan und Soll. Es wurden sogar schon Zweifel geäußert ob wir es trotz Nightliner noch überhaupt schaffen würden das MPS in Telgte rechtzeitig zu erreichen.

Wir schafften es dann gerade noch zur Primetime auf die Bühne. Eigentlich hätten StS beinahe schon wieder runter sein sollen. Das Publikum war der Lichtblick schlechthin. Es begrüßte uns freudig und ausgelassen. Der Auftritt verging wie im Fluge. Danke an Euch alle die ihr uns unterstützt habt!

Dann stürzte die Wall of Sound in Form von Legion of the Damned. Vermutlich liegt es an meinem Alter. Ich mag motivierten Musikanten mit einer begeisterten Anhängerschaft überhaupt nichts absprechen. Aber ich konnte damit rein gar nichts anfangen. Geräusch an und aus. Aus waren die Pausen zwischen den Songs. Vielleicht lag es ja auch dem Hall Delay der Halle, dass filigrane Verzierungen und stilistische Schnörkel untergingen.

Bis zu unserer Abfahrt genoß ich noch die Unterhaltung mit den Freunden von Subway. Besonders als mir nahegelegt wurde nicht so sehr meine Zwiebel raushängen zu lassen wurde ein Gespräch mit Simon zumindest für mich sehr spannend. Ich grübelte eine ganze Weile über denn Sinn dieser Aussage und versuchte mir alle möglichen Reime drauf zu machen (Preußischer Charme? Potsdamer Lokal Ausdruck?). Voller Verzweiflung frug ich unseren Quotenpreußen, den Herrn Silbador, ob er etwas damit anfangen könne. Er klärte mich darüber auf, dass es niemals um meine Zwiebel sondern um ein eventuelles Diventum meinerseits ging. Die Zwiebel/Diva Verwechslung kann nur an dem Orkan von Legion of the Damned gelegen haben, oder vielleicht doch an meinem Gehör.
Auf alle Fälle ist dieser Ausdruck nun in meinen Sprachschatz eingedrungen. Man sollte immer mal ein wenig seine Zwiebel einfach raushängen lassen. Mag sich jeder dabei denken was er mag. Mir tut es gut.

Irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft den Plan zu erfüllen und rechtzeitig nach Telgte zu kommen. Puh! Meine Uhr trage ich weiterhin, obwohl mir mal wieder gezeigt wurde wie sinnlos es doch ist.

Euer Falk.

Nebenbei passiert:

-Echt toll, war, dass und Elsi an diesem Tag seinen neuen Sack präsentiert hat. Den alten hat zwar uns und den Damen vom Catering auch präsentiert aber das wollte ich auch gar nicht schreiben.

-Ich freue mich schon total auf eine Einladung von Eric zu seinem „Eric & Friends“ Konzert in Bruchsal im Januar.

-Einen Dank an das Catering! Der Tomaten Mozzarella Salat war ein Hammer!