Leipziger Allerlei
05.03.2010, Kohlrabizirkus Leipzig
Freude, oh Freude! Das erste mittelalterlich akustische Konzert des Jahres, und dann auch noch in einer so wunderbaren Stadt wie Leipzig! Die Probe unseres Akustikprogramms am Tag zuvor lief verlief erschreckend gut und ohne nennenswerte Ausfälle, obwohl wir etwas mehr als 2 Monate lang keines der Stücke gespielt hatten. Keine Frage, wir alle sind bis in die Haarspitzen motiviert und guter Laune, als wir uns schließlich auf den Weg machen - auch wenn es zugegebenermaßen etwas früh ist, morgens um acht (ja, für Musiker mitten in der Nacht, aber was tut man nicht alles...).
Als Fahrer des Bandmobils ist an diesem Morgen unser Herr Samoel eingeteilt. Der nach seinem Afrika-Abenteuer in jeder Hinsicht verkehrstechnisch gestählte Bajuware sitzt die rund 550 Kilometer Wegstrecke auf einer Arschbacke ab und denkt überhaupt nicht daran, sich zwischendurch von einem seiner Kollegen ablösen zu lassen. Respekt! Wer jedoch ihn und sein autofahrerisches Karma kennt, weiß genau, wohin die meisten seiner Fahrten führen... Richtig, direkt in den nächsten Stau! So auch an diesem Tag, obwohl es ausnahmsweise einmal länger dauert als sonst, bis die nächstbeste Verkehrsteilnehmer-Haufenbildung gefunden ist. Ansonsten Business as usual.
In Leipzig angekommen, finden wir auch ohne Umschweife die heutige Konzertlocation: Eine große Doppelhalle, die im altehrwürdig russischen Stil gebaut zu sein scheint und netterweise „Kohlrabizirkus“ genannt wird. Riesig, mächtig... und verdammt kalt! Warme Luft steigt bekanntlich nach oben, und ein einziger Blick in die weitläufige Kuppel über unseren Köpfen sagt uns, dass wir heute Abend wahrscheinlich frieren werden – trotz der Armada an Lampen, die unser Lichttechniker und Tourmanager Kai gerade an der Bühne in Position bringt. Da hilft nur eins: Warmer Met! Lasterbalk geht wie immer selbstlos voran, organisiert an einem der Schankstände alles Nötige und eröffnet die Metsaison mit einem zünftigen Becher des beliebten Heißgetränks.
Beim Soundcheck erleben wir eine weitere Überraschung: Die Akustik der Halle ist unglaublich – und zwar unglaublich schlecht! Für jeden Trommelschlag kommen gefühlte fünf von jeder Hallenwand zurück, die Kuppel tut ihr übriges und die Dudelsäcke scheinen plötzlich ÜBERALL zu sein. Ein soundtechnischer Alptraum! Wie genau es unser Tontechniker Flo schafft, aus diesem Geräuschwirrwarr einen einigermaßen akzeptablen Klang zu formen, bleibt mir ein Rätsel. Aber er schafft es dennoch irgendwie. Hut ab!
Die Zwischenzeit bis zum Konzert überbrücken wir Spielleute alle auf unterschiedliche Art und Weise: Während Elsi fleißig Stücke auf seiner Uileann-Pipe übt, Alea & ich an neuen Songs arbeiten und andere noch ein paar zünftige Becher Met verhaften, entdecken wiederum andere die Vorzüge von „Whiteboard-Markern“. Diese tollen Stifte sehen nämlich aus wie Eddings, machen auch genauso fette schwarze Striche, sind aber wieder vollständig abwaschbar. Und mit ihnen kann man ganz wunderbare Dinge malen oder schreiben, z.B. auf dem Backstage-Spiegel, Samoels Bouzouki, Falks Laptop... Ich brauche nichts weiter zu beschreiben, ihr könnt euch sicher vorstellen, wie es in unserem Backstageraum nach einer Weile aussieht.
Das Konzert selbst wird dann aber doch noch ein voller Erfolg! Unsere Vorbands „Nachtgeschrei“ und vor allem „Feuerschwanz“ heizem dem Publikum mächtig ein, so dass bereits tolle Stimmung herrscht, als wir unser Programm beginnen. Gespickt mit Hits aus dem Mittelalter-Sektor und akustischen Versionen unserer eigenen Songs, können wir aus einer vollen Setlist schöpfen; die Menge singt, tanzt und feiert mit uns bis zur letzten Zugabe. Vielen Dank, Leipzig! So macht ein Jahresauftakt Spaß!
Nach dem Konzert erleben wir Überraschung Nummer drei: In der Zwischenzeit hat es draußen nämlich mächtig geschneit, und wo tagsüber noch Sonnenschein und allmählich erwachender Frühling zu spüren waren, herrschen nun sibirische Verhältnisse. Also nichts wie rein in den Bus und ab durch den Schnee ins warme Hotel!
*Randnotiz*: Wohl aus jugendlichem Leichtsinn nehmen ein paar Musiker von „Feuerschwanz“ die Herausforderung an, gegen die berühmt-berüchtigte Rhythmusgruppe der Saltaten ein rhythmisches Wettkampftrinken zu bestehen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Jungrecken in einer schmachvollen Niederlage das Elend ihrer eigenen Existenz zu spüren bekommen... Besonders der ansonsten so rhythmussichere Trommler Lanzeflott beschert seiner Truppe durch wiederholtes Trinken ohne Groove schließlich dieses Debakel. (Einige Stunden später erreicht uns in einer SMS der Feuerschwanz-Kollegen die Mitteilung, dass ein gewisser Lanzeflott nun alkoholbedingt das Embryonalstadium erreicht habe und man alle paar Meter anhalten müsse, damit dieser sich erleichtern könne...)
*Randnotiz 2*: Überraschung Nummer vier erlebe ich persönlich bei unserer Rückkehr am nächsten Tag. Irgendein Vollpfosten hatte sich nämlich entschieden, die Kennzeichen an meinem geparkten Fahrzeug klauen zu müssen! Tolle Idee, VIELEN DANK AUCH!!! Wolltest wohl unbedingt ein ganz besonderes SaMo-Andenken haben, hm?!? Wer auch immer du bist und wo auch immer du dich aufhältst: Sollte ich dich jemals finden, wirst du am eigenen Leib erfahren, wie lange es dauert, bis so ein KFZ-Kennzeichen aus dem Auge geeitert ist... Das ist ein Versprechen.
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Catering im Backstage in Bonn. http://fb.me/wOKcdwXv
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Herr Samoel kurz vor dem ersten Take. http://fb.me/HbakIEkl
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Wir sind inzwischen in Deutzen angekommen, und einem Großteil der Band ist dies noch gar nicht bewusst.
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Auf dem Weg nach Hamburg ...
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Auf dem Weg nach Zürich ...
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Ich habe 6 Fotos im Album „2010 - Live“ auf Facebook gepostet http://fb.me/HpROV18U
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Comments
oder man sorgt dafür das er
oder man sorgt dafür das er eine karte für das jubikonzert im oktober bekommt UND man sorgat dafür das er nen gummiboot mit nimmt! dann muss er drausen bleiben und ärgert sich schwarz *böse grinz*
Kennzeichen
diesen diebe sollte man in aller öffentlichkeit teeren und federn und ihm mit einem heißen eisen das kennzeichen auf die haut brennen...
sowas ist das letzte und da hört sicher der spaß auf...
wünsche das du ihn erwischt...
Kennzeichen
nen andenken is ja ganz nett aber das kennzeichen von euren fahrzeugen? das is unterste schublade! hoffe für den schuldigen das er sich freiwillig stellt und nicht irgendwann pralend damit erwischt wird -.- dürfte net nur ärger mit dir geben...
arakin
Met-Zirkus
Ähm, ja, die Akustik dort war letztes Jahr schon etwas speziell... Man hört grundsätzlich alles überall. Aber es klang ja doch alles ganz gut, jedenfalls für meine Ohren.
Ich leide mit Lanzeflott... Irgendwas scheint mit dem 12. Met immer nicht zu stimmen ;-)
So, und jetzt hätte ich gerne noch ein bis drei Rockshows hier *wünsch*.
Kennzeichen
Lieber Tambour, ich bin sicher, Du wirst dem üblen Dieb das Kennzeichen in einem tollen Rhythmus um die Ohren hauen. Ich war total begeistert von Deinem Trommelspiel und überhaupt von dem Konzert. Leider hatten wir keinen warmen Bus, der auf uns wartete, wir waren halb erfroren, bis unser Taxi kam, aber was macht das schon aus nach einem so tollen Abend. Was das Wetttrinken angeht, würde ich NIEMALS gegen Euch wetten.
Macht weiter so und viele Grüsse, Salome