Weihnachten und kein bisschen leiser

Ort: 

Heidelberg, Halle 02 am 26.12.2009

Text: 

Es ist Weihnachten und da die meisten von uns ja über die Feiertage bei ihren Familien waren, reisen wir mit unseren Privat-Autos an. Ich komme direkt aus Nürnberg über die A6 und bin einfach viel zu früh da. Eigentlich hab ich mit viel schlechterem Wetter und Stau gerechnet, davon bleib ich aber diesmal verschont. In der Halle 02 angekommen geht‘s erstmal in den Backstage um mich mit einem Kaffee aufzuwärmen. Das durchfragen bis zu dieser hochheiligen Kaffeemaschine bei unserem Tourmanager Kai kann ich mir diesmal sparen, da wir ja nicht das erste Mal in diesem Club sind. Immerhin haben wir hier kurz vor der Tour im Oktober 3 Tage lang geprobt; mit kompletter Licht- und Tonmannschaft versteht sich. Also, angekommen in unserem Backstage-Zimmerchen muss ich mit Schrecken feststellen, dass es da keinen Kaffee gibt - noch nicht. Es steht zwar eine hochmoderne, komplex anmutende Kaffeemaschine in der Ecke, aus Gesprächen bekomme ich aber mit, dass es bisher niemand geschafft hat, diesem Edelstahl Kollos einen Tropfen der allseits beliebten schwarzen Flüssigkeit zu entlocken, weil sie einfach mehr als einen Knopf hat. Dann muss es eben so gehen.
Zurück in der Halle werd ich gleich auf die Bühne beordert, weil meine Verstärker-Anlage „komische“ Geräusche verursacht. Irgendwas brummt und rauscht - das ist zwar immer so, aber diesmal ist es lauter als sonst. Hm, alle Kabel meiner Effektgeräte abgezogen und die Bodenpedale mit Batterien versorgt ist das Brummen zwar kein bisschen leiser, könnte aber auch an den Tonabnehmern meiner Zweitgitarre liegen, die gegen Einstreuungen der Lichtanlage nicht so toll abgeschirmt sind. Also, andere Gitarre dran und siehe da: es ist ein klein bisschen weniger geworden.
Dies ist nur eine von vielen kleinen Baustellen, die vor und während dem Soundcheck behoben werden wollen, und das Beste: es ist jedes Mal irgend etwas anderes.
Apropos Soundcheck: mittlerweile ist der Rest der Band angekommen und während gewisse Leute ihre Dudelsäcke an den Start bringen oder merkwürdige Kung-Fu Übungen vollziehen, richten sich Bruder Frank und Lasterbalk auf der Bühne häuslich ein.
Nach einem langen und ausgiebigen Soundcheck geht‘s zum Abendessen. Heidelberg ist ja jetzt nicht wirklich weit von Karlsruhe entfernt, aber die kulinarischen Unterschiede könnten nicht größer sein. Man stelle sich folgendes vor: Pasta, viel zu lang gekocht - mindestens doppelt so lang wie normal, kein Salz im Nudelwasser, dazu Tomatensauce aus der Dose, eine kleine Packung geriebenen Käse drauf und für‘s Auge noch zwei oder drei Oliven mit in den Topf geschmissen. Nicht zu vergessen, dass jegliche Art von Gewürzen dieses kulinarische Highlight zerstören könnten... wo war doch hier noch gleich der nächste McDonalds?
Die Zeit bis zur Show vergeht dann mit warten, umziehen und warmspielen. Dann endlich rauf auf die Bühne und Vollgas. Das Publikum ist in Feierlaune und wird deshalb auch mit „Sieben Raben“ - einem lange nicht gespielten Song - und zwei Premieren: „Freiheit“ und „Manus Manum Lavat“ belohnt.
Nach dem Konzert werden natürlich wie immer Autogramme gegeben, Fotos gemacht und noch die ein oder anderen kleinen Weihnachtsgeschenke entgegengenommen, da wir aber - wie Anfangs erwähnt - fast ausschließlich selber fahren müssen, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als unsere Tour- und Jahresabschluss-Aftershow-Party dann auf den nächsten Tag in Lindau zu verlegen... es wird legendär werden!

Herr Samoel

Comments

Und das alles ohne Kaffee?

Jaja, Männer und Technik... wie ihr das ganze ohne Kaffee ausgehalten habt will ich mir gar nicht vorstellen ;-)

Aber ein bisschen Mitleid habe ich dann ja doch, mein letzter Besuch in Heidelberg ist zwar eine Weile her, aber ist mir noch deutlich in Erinnerung...

Freut mich, dass die Show dafür um so besser war. Dann hat sich das alles ja gelohnt.

Guten Rutsch der Herr!
lg Sylenn

Futter

Ungefähr genau das gleiche haben wir in Telgte auch gegessen nur ohne Käse, ohne Oliven und ohne Geschmack :-) Allerdings war die Tütensoße... interessant.
Also, guten Rutsch, und man sieht sich in Leipzig (Huch, wo kam der Termin denn so plötzlich her? Jubel!!). Und in Dresden. Und in Annaberg. Aber dann ist mal gut. Obwohl... ;)

ähm jo ^^

Wünsche euch ebenfalls einen guten rutsch ins jahr 2010 und naja wir haben auf der fahrt beim burger king angehalten, der ja unweit von der halle war, haben usn nämlich nicht in mandy fastfoot dingens getraut :D NAJA aber ihr habts ja überlebt udn einen super auftritt hingelegt =) noch 2 1/2 Monate dann sehn wir usn schon in memmingen =) bin mal gespannt was ihr da sp an den start bringen werdet. ps, habe mir das ein oder andere video aus telgte angeschaut und bin doch froh dass diesmal die schalmeien und dudelsäcke ihre gewöhnlichen töne von sich gegeben haben ;) ganz liebe grüße

"..Seine Liebe lässt ihn leben, seine Schwingen feuerrot, seine Augen stolz und freudig, seine Freiheit trotzdem tot...
Lass mich frei und ich komm stets zu dir zurück, fang mich ein und ich muss sterben, sterben für dein Glück.."

Partyyyy

Also Lindau war eine große Party - selten soviel Spass und soviele Fettnäpfchen gehabt.
Hoff ihr habt noch schön gefeiert? Seh euch in FR!
Guten Rutsch